EUCOR Cross-border Workshop Series: The trouble with the state: Boundaries and Networks in Africa

23. April 2020 - 10:00

Der Staat ist ein zentrales Konzept für die Untersuchung von Macht, Herrschaft und gesellschaftspolitischem Wandel in den Sozialwissenschaften. Seine Nützlichkeit ist jedoch umstritten (Abrams 1988), insbesondere in afrikanischen Kontexten, wo der eurozentrische Idealtypus des Staates in deutlichem Kontrast zu den politischen Realitäten vor Ort steht. Dies wirft eine Reihe von entscheidenden Fragen auf: Mit welchen Konzepten kann man die herausragende Rolle von trans- und internationalen Verbindungen, Netzwerken und NGOs erfassen, die beeinflussen, wofür Staatlichkeit steht? Was ist die Territorialität des Staates im Hinblick auf die Bedeutung transnationaler sozialer Räume? Wie werden die physischen und/oder diskursiven Grenzen von Staaten im Kontext von Migration angefochten, verändert und verstärkt? Wie können allgemeine Konzepte wie Grenzen und Netzwerke ein Politikverständnis fördern, das sowohl über den eurozentrischen Universalismus als auch über den afrikanistischen Exzeptionalismus hinausgeht? Und was sind die Implikationen solcher theoretischer Überlegungen für Praktiker, die in Afrika im Bereich Entwicklung und Friedensförderung arbeiten?

Workshops
 
Um diese aktuellen Fragen unter jungen ForscherInnen, die sich mit Afrika beschäftigen, zu behandeln, organisiert ein internationales Konsortium von Forschungsinstituten in Basel, Freiburg im Breisgau und Straßburg drei aufeinander folgende Workshops, die sich mit bestimmten Themen dieser Debatte befassen. In jedem Workshop werden führende WissenschaftlerInnen von internationalem Rang ihre Forschung vorstellen und die Papiere und Präsentationen der Workshop-TeilnehmerInnen diskutieren. Die Workshops bieten DoktorandInnen und PostdoktorandInnen sowie herausragenden MA-StudentInnen die Möglichkeit eines thematisch fokussierten Austauschs über die Bereiche Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichte, Afrikanistik, Anthropologie, internationale Beziehungen sowie Friedens- und Konfliktforschung hinaus. Ziel ist es, neue analytische Perspektiven und methodische Reflexionen zu fördern, Verbindungen zu konkreten Fällen herzustellen und sich gegenseitig konstruktives Feedback zu laufenden Forschungsprojekten zu geben.

I. Contested governance of migration 23. April 2020, 10-18h, Arnold-Bergstraesser-Institute (ABI), Freiburg, Germany
Convenors: Andreas Mehler, Franzisca.Zanker (ABI)
Keynote speaker: Thomas Faist (Universität Bielefeld) 

II. National borders and transnational networks 28. April 2020, 10-18h, Sciences Po Strasbourg, France
Convenor: Virginie Roiron (Sciences Po Strasbourg)
Keynote speaker: Mélanie Torrent (Université Picardie Jules Verne) 

III. The trouble with the nation-state. Knowledge production and policy implications in a transnational world 5. Mai 2020, 10-18h, Centre for African Studies Basel (ZASB), Switzerland
Convenors: Claudia Baez-Camargo (Basel Institute on Governance) and Joschka Philipps (swisspeace)
Keynote speakers: Phil Mason (Department for International Development DFID)  Vincent Foucher (Sciences Po Bordeaux) TBC