MIASA Aktuelles

MIASA startet in Hauptphase

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Zentrum als eines von mittlerweile fünf „Maria Sibylla Merian-Zentren“ bis 2026 mit rund 13 Millionen Euro. Federführend bei dessen Aufbau und Koordination ist die Albert-Ludwigs-Universität mit dem Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) und dem Arnold-Bergstraesser-Institut für kulturwissenschaftliche Forschung (ABI) als operativen Strukturen. Standort von MIASA und wichtigster afrikanischer Partner ist die University of Ghana in Accra. Beteiligt sind aber auch das Zentrum für Interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF) der Goethe-Universität Frankfurt, das German Institute for Global and Area Studies (GIGA) in Hamburg und das Deutsche Historische Institut Paris als wichtige deutsche Partner mit je eigenen Aktivitäten.

Thematischer Schwerpunkt von MIASA ist „nachhaltige Regierungsführung“ (Sustainable Governance). Themen wie Migration, demokratische Konsolidierung, ökologischer Umbau, aber auch die Restitution von zur Kolonialzeit akquirierten Kulturgütern stehen im Mittelpunkt interdisziplinärer Arbeit exzellenter Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen. MIASA hat schon in der abgelaufenen Pilotphase zum Abbau globaler Wissensasymmetrien beigetragen, dieses Anliegen kann nun in noch größerem Maßstab verfolgt werden. fortgesetzt. Gleichzeitig untermauert das Projekt die strukturbildenden Weiterentwicklungen in Freiburg. Mehr

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Call for applications for fellowships in 2021

  • Individual Fellowships
  • Interdisciplinary Fellow Group (IFG)
  • Tandem Fellowships (German - West African)

MIASA bietet diverse Fellowship-Programme für das Jahr 2021. Hier finden Sie die entsprechenden Ausschreibungen.

Call for Applications for Individual Fellowships (Junior/ Senior) for the calendar year 2021

Call for Applications for an Interdisciplinary Fellow Group (IFG) for the calendar year 2021

Call for Applications for Tandem Fellowships (German - West African) for the calendar year 2021

MIASA freut sich auf Ihre Bewerbungen.

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Ein Hotspot für die deutsch-ghanaische Freundschaft: Freiburg begrüßt Delegation aus Accra

Eine Delegation aus Accra, der Hauptstadt Ghana, war diese Woche zu Gast in Freiburg. In Begleitung von Vertreterinnen und Vertretern aus Bildung und Wirtschaft besuchte Oberbürgermeister Mohammed Adjei Sowah nicht nur den Freiburger Amtskollegen Martin Horn, sondern auch das Freiburg Institute for Advanced Studies. Anlass der Reise war der Wunsch, die Verbindungen, die bereits zwischen Freiburg und Accra bestehen, weiter auszubauen und die gemeinsame Zusammenarbeit in den Bereichen Abfallwirtschaft, Abwasser, Verkehr, Klimaschutz, Wirtschaft und Wissenschaft zu stärken.

Spätestens mit der Gründung des Merian Institute for Advanced Studies in Africa (MIASA) an der University of Ghana im letzten Jahr hat der wissenschaftliche Austausch zwischen Accra und Freiburg auch eine institutionelle Form gefunden. Sowohl das Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI) unter der Leitung von Andreas Mehler als auch das Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS), als dessen Direktor Bernd Kortmann fungiert, spielten eine wichtige Rolle bei der Einrichtung des Partnerinstituts, zu dessen Hauptziel der Abbau globaler Asymmetrien in der Produktion und Verbreitung von akademischen Wissen gehört. Erst letzte Woche entschied das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Institut ab Herbst 2020 über eine Laufzeit von sechs Jahren mit insgesamt 12 Millionen Euro weiter zu fördern.

Auf dem offiziellen Empfang, den das Rathaus am Dienstagmittag für die Besucherinnen und Besucher aus Accra organisierte, wurde die Partnerschaft zwischen Accra und Freiburg auch im individuellen Austausch bei ghanaischer Musik sichtbar. Annika Hampel, Freiburger Koordinatorin für MIASA und Geschäftsführerin des im Aufbau begriffenen Afrika-Zentrum der Universität Freiburg, zeigt sich beeindruckt von der positiven Resonanz, auf die die Initiative zu einer verstärkten deutsch-ghanaischen Zusammenarbeit stieß: „In Freiburg gibt es eine Vielzahl von Menschen, die in irgendeiner Form mit Afrika verbunden sind, sei es beruflich, sei es aufgrund gesellschaftlichen Engagements, sei es, dass sie Teil der hiesigen African Community sind. Sie alle hier im Austausch miteinander zu sehen, bestärkt uns in unseren Bemühungen, diese Verbindungen weiter auszubauen.“

Der akademischen Zusammenarbeit sollen weitere Arbeitsfelder folgen. So unterschrieben die Bürgermeister Sowah und Horn am Montagabend ein „Memorandum of Understanding“, in dem die Eckpfeiler für weitere Kooperationen in Forschung, Bildung und Umweltschutz gelegt wurden. In diesem Dokument verpflichten sich beide Städte darauf, Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung umzusetzen. Diese betreffen neben der Förderung von Klimaschutz und dem Aufbau einer lebendigen Startup-Kultur in beiden Städten auch gemeinsame Forschungsunternehmen, die von der engen Verzahnung von ABI, FRIAS und MIASA profitieren können.

Wie gemeinsame Forschungsprojekte in Zukunft initiiert werden können und welche Rolle ABI und FRIAS sowie MIASA dabei spielen, war Thema bei einem Arbeitstreffen am Dienstagabend im FRIAS. Nach einer Präsentation der Freiburger Forschungslandschaft durch Gunther Neuhaus, Vizerektor und Prorektor für Forschung und Innovation, berichteten Bernd Kortmann und Andreas Mehler von den gemeinsamen Aktivitäten im Rahmen der MIASA-Gründung. Betont wurde dabei vor allem, dass Institute wie MIASA, FRIAS und ABI die Universitäten keineswegs ersetzen wollen. Die Zusammenarbeit zwischen Forschungskollegs und Universitäten, so Kortmann und Mehler, trage jedoch dazu bei, neue, interdisziplinäre Perspektiven zu eröffnen und biete vor allem auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern Gelegenheit, die eigene Karriere voranzutreiben. Das wiederum hat einen ganz wesentlichen Nebeneffekt: Afrikanische Forschung gewinnt langfristig an Sichtbarkeit und wird findet so wiederum Eingang in die internationale Wissenschaft.

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Pressemeldung: Zwölf Millionen Euro für internationales Forschungskolleg in Afrika

Wie lassen sich ökologischer Umbau, Demokratie und Frieden in Afrika nachhaltig gestalten? Wie gelingt es, die Stimmen bekannter Meinungsführerinnen und Meinungsführer sowie innovative Ansätze aus Wissenschaft und Praxis auf dem Kontinent hör- und sichtbar zu machen? Diesen Zielen hat sich das „Maria Sibylla Merian Institute for Advanced Studies in Africa“ (MIASA) verschrieben. In den anderthalb Jahren seiner bisherigen Laufzeit hat das internationale Forschungskolleg überzeugt: Nach erfolgreicher Begutachtung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startet das MIASA ab September 2020 in die Hauptphase. Das BMBF unterstützt die Einrichtung mit insgesamt knapp zwölf Millionen Euro für die nächsten sechs Jahre.

„Es gehört zu unserem Selbstverständnis als Universität, Brücken für den weltweiten Wissensaustausch zu bauen und damit unserer Verantwortung für politische, gesellschaftliche und kulturelle Herausforderungen gerecht zu werden“, sagt Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, Rektor der Universität Freiburg. Federführend bei Aufbau und Koordination des Instituts an der University of Ghana ist die Albert-Ludwigs-Universität mit dem Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) und dem Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI).

„Das MIASA ist ein Ankerpunkt für Forscherinnen und Forscher aus Deutschland, Afrika und der ganzen Welt, die dort zum Thema ‚nachhaltige Governance‘ arbeiten. Wir wollen einen bedeutenden Beitrag zum Abbau globaler Wissensasymmetrien leisten“, sagt Prof. Dr. Andreas Mehler, Direktor des ABI und Initiator des Kollegs. Das MIASA sieht geeignete Formate vor, um die akademische Wissensproduktion globaler zu gestalten, betont Mehler. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen interdisziplinäre Forschergruppen. Bei diesem Format bearbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt gemeinsam ein fokussiertes Thema, etwa „Migrationsnarrative“ oder „Funktionsweisen afrikanischer Parlamente“. Die Ergebnisse werden bei internationalen Konferenzen vorgestellt und veröffentlicht.

Die ghanaische Direktorin des MIASA, Prof. Abena D. Oduro, unterstreicht: „Das MIASA wird zu einem intellektuellen Ankerpunkt, der noch nie dagewesene Möglichkeiten für hochaktuelle Forschung mit Bezug zu Afrika sowie Karrierechancen für die vielversprechendsten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Kontinents bieten wird. Die einzigartigen intellektuellen Traditionen auf unserem Campus werden die Herangehensweise unserer Fellows an ihre Forschung positiv beeinflussen.“

Das MIASA stellt außerdem vielfältige Instrumente zur Verfügung, um Debatten und Forschungsergebnisse in eine breite Öffentlichkeit zu tragen. Einen weiteren Fokus legt MIASA auf die Vernetzung von Akteuren aus der Wissenschaft und Praxis. Das Format des „Policy Fellow“ ermöglicht zum Beispiel Vertreterinnen und Vertretern aus politischen und zivilgesellschaftlichen Organisationen einen Aufenthalt am Forschungskolleg. Ebenfalls werden Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die Arbeit der Forschungsgruppen zu begleiten und einen kreativen und inspirierenden Resonanzraum zu schaffen.

Foto: Das MIASA Executive Council, in der Mitte Andreas Mehler, Initiator des Projekts und Direktor des ABI, rechts neben ihm Abena D. Odoru, die ghanaische Direktorin des MIASA

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MIASA Annual Report 2018 - 2019

The MIASA Annual Report 2018-2019 is now available here.

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Wege nach Afrika: Kooperationsgespräch zwischen MIASA und AGNES

Am 21. Oktober 2019 haben Vertreter von MIASA und dem FRIAS Professor Romain Glèlè Kakaī von der Université d'Abomey-Calavi in Cotonou (Benin) willkommen geheißen, der derzeit Präsident des African German Network of Excellence in Science (AGNES) Professor Glèlè Kakaī ist. Das Netzwerk wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) in Zusammenarbeit mit afrikanischen Humboldtianern gegründet und zählt heute über 700 Mitglieder. Ziel ist es, die akademische Exzellenz auf dem afrikanischen Kontinent zu stärken und sichtbar zu machen. Dazu fördert AGNES Wissenschaft, Technologie und Innovation durch Forschung und Hochschulbildung in Zusammenarbeit mit der Bundesrepublik Deutschland. Professor Bernd Kortmann, FRIAS Direktor und Mitglied des MIASA-Exekutivrats, Professor Andreas Mehler, Direktor des Arnold-Bergstraesser-Instituts, sowie MIASA-Koordinatorin Dr. Annika Hampel haben mit Professor Romain Glèlè Kakaī potenzielle Kooperationsmöglichkeiten zwischen AGNES und dem Maria Sibylla Merian Institute for Advanced Studies in Africa (MIASA) identifiziert. MIASA ist ein internationales Forschungskolleg an der Universität Ghana in Legon, Accra. Wie auch das AGNES-Programm zielt MIASA darauf, die Sichtbarkeit der geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Subsahara-Afrika weltweit zu erhöhen. Damit setzt es sich ein für den Abbau globaler Asymmetrien in der Wissensproduktion und -verbreitung sowie für eine stärkere Zusammenarbeit von Forschenden aus dem anglophonen und dem frankophonen Afrika. Gerade die Bemühungen zur Überbrückung dieser verschiedenen Wissenswelten teilen beide Organisationen miteinander.

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Interdisciplinary Fellow Groups (IFGs)

MIASA richtet Interdisciplinary Fellow Groups (IFGs) aus. Die Gruppen werden für einen Zeitraum von etwa vier Monaten zusammenkommen, wobei jede Gruppe aus 8 bis12 WissenschaftlerInnen besteht, die an einer relevanten und innovativen Forschungsfrage im Zusammenhang mit dem Thema "Sustainable Governance" zusammenarbeiten:

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Zu Gast am ABI: Doktoranden von der SDG Graduate School `Performing Sustainability` stellten ihre Forschung vor

Am 17. Juli waren Teilnehmende der DAAD-geförderten SDG Graduate School ‚Performing Sustainability - Cultures and Development in West-Africa‘ zu Gast am ABI. Im Rahmen des zweitägigen Workshops, der ebenso am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) stattfand, haben die Doktoranden ihre in Ghana und Nigeria verorteten Forschungen zu Migration, Landkonflikten und Widerstand gegen die Gruppierung Boko Haram vorgestellt und gemeinsam mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des ABI diskutiert. Auch die Doktoranden des ABI Michael Cobb und Erik Plänitz haben ihre Promotionsprojekte präsentiert. Das interdisziplinäre Graduiertenkolleg wird von drei Universitäten geleitet: die Universitäten Maiduguri (Nigeria), Cape Coast (Ghana) und Hildesheim (Germany). Alle Forschungsprojekte des Kollegs konzentrieren sich auf innovative Forschung, die Ansätze aus Performance, Kunst und Kultur zusammenführt. Die Forschungsergebnisse sollen zur nachhaltigen Entwicklung in den beteiligten Ländern, wie in den Zielen (Sustainable Development Goals, SDG) der Vereinten Nationen (UN) vereinbart, beitragen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt daher auf Fragen der Friedens- und der Konfliktlösung.

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Zu Gast am ABI: Vertreter des STIAS Südafrika

Am Montag, 1. Juli 2019, waren der Direktor des Stellenbosch Institute for Advanced Study (STIAS), Professor Edward K. Kirumira, mit seinem Kollegen Christoff Pauw, Programme Manager am STIAS aus Südafrika zu Besuch am Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI). Gleichzeitig waren die MIASA-Direktorin aus Ghana, Professor Abena D. Oduro, und der MIASA-Direktor für Deutschland, Professor Gordon Crawford (UK) zu Gast. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen des ABI haben sie zukünftige Kooperationsmöglichkeiten zwischen dem STIAS und MIASA besprochen. Abends hat der Rektor der Universität Freiburg, Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jochen Schiewer, die Gäste in der Freiburger Innenstadt willkommen geheißen.

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Mehr Kooperation mit Ghana

ABI-Direktor Andreas Mehler war an der Seite von Rektor Hans-Jochen Schiewer (Universität Freiburg) und Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn in Accra im April 2019 und hat dort das MIASA, die Leitungsebene der University of Ghana und den Bürgermeister von Accra besucht. Die Perspektiven für mehr Kooperation – über das große BMBF-geförderte MIASA-Projekt hinaus – sind ausgezeichnet, berichtet Mehler im Interview.