Links nach rechts: Ernst Wagner, Harriet Nana Akua Agyapong, Richard Legay (Diskutant*innen) und Meike Lettau (Moderation) während des Panels.
| © Leonard BlumeVom 5.-7. Mai 2025 fand eine internationale Konferenz mit dem Titel ‚Transcultural relations and colonial legacies. Restitution beyond objects, cultural memory and digital mediation‘ an der Zeppelin Universität (Friedrichshafen, Deutschland) statt. ABI-Mitarbeiter Richard Legay und Anika Becher (ACT) waren vor Ort.
Die Konferenz war Teil des zweijährigen Projekts „Reframing Colonial Legacies“, und wurde von der Zeppelin Universität und der University of Cape Coast (Ghana) gemeinsam organisiert und vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert. Die Konferenz fand in Kooperation mit dem Africa Centre for Transregional Studies (ACT) statt. Sie brachte eine diverse Gruppe von Wissenschaftler*innen und kulturellen Akteuren aus Europa und Afrika zusammen, um ihre Perspektiven zu teilen und in den Dialog mit einer breiteren Öffentlichkeit zu treten. Auf diese Weise setzte sich die Konferenz kritisch mit transkulturellen Beziehungen und kolonialem Erbe auseinander.
Richard Legay nahm an einem Panel mit dem Titel ‚African cultural heritage as a decolonial practice‘ teil, das von Meike Lettau (Zeppelin Universität) moderiert wurde. Gemeinsam mit Ernst Wagner (Exploring Visual Cultures) und Harriet Nana Akua Agyapong (University of Ghana) diskutierten sie darüber, was es bedeutet, dekoloniale Strategien in der Forschung und Praxis zu implementieren, und welche Herausforderungen Wissenschaftler*innen dabei begegnen. Mit einem Fokus auf kulturelle Beziehungen sowie Machtbeziehungen, die in Verbindung mit der Restitution von afrikanischen Kulturgütern stehen, diskutierten sie aktuelle Entwicklungen in der deutschen Kulturaußenpolitik und wie sich kulturpolitische Prioritäten in Ghana und Frankreich verändern. Die Diskussion bot die Möglichkeit zur Reflexion der praktischen Dimensionen von Wissenschaft und der Grenzen der Dekolonisierung als projektbasiertem Prozess statt systemischem. Es war ein lebhafter und aufschlussreicher Austausch, sowohl zwischen den Panelist*innen als auch mit dem hybriden Publikum.
Harriet Nana Akua Agyapong besuchte bereits 2023 das ABI, im Rahmen des Engagement Global ASA University Programms. Darin setzten sich Studierende aus Ghana und Deutschland damit auseinander, wie Universitäten und – im weiteren Sinne – die Wissensproduktion dekolonisiert werden könnte. Sie ist aktuell Doktorandin an der University of Ghana.