Wenn Liebe auf politische Spannungslinien trifft
„Liebe war noch nie völlig losgelöst von der Politik. Doch wenn Regierungen zunehmend bestimmen, wen man heiraten darf, wo Paare leben dürfen und ob Familien zusammenbleiben dürfen, wird das Intimleben zu einem weiteren Schauplatz staatlicher Macht. Es geht nicht mehr nur um Einwanderungspolitik; es geht um das Vordringen des Nationalismus in einen höchst persönlichen Bereich.“
In seinem jüngsten Beitrag für die Tageszeitung Daily Star aus Bangladesch befasst sich Anas Ansar mit dem Zusammenhang zwischen umstrittenen Staatsgrenzen und den persönlichen Beziehungen zwischen Bürger*innen verschiedener Nationalität. Aus dieser Perspektive lassen sich übergeordnete Muster erkennen, wie beispielsweise die Hierarchie zwischen verschiedenen Nationalitäten im globalen Ranking der Attraktivität:
„Darüber hinaus liegt die Tragik in der Hierarchie, die Staaten stillschweigend konstruieren. Manche ausländische Bräute und Bräutigame werden als Symbole globaler Modernität gefeiert, während andere allein deshalb als potenzielle Eindringlinge betrachtet werden, weil sie von der „falschen“ Seite der Grenze kommen. Staatsangehörigkeit, Identität und Reisepässe sind nicht nur zu Maßstäben für Mobilität geworden, sondern auch für die Legitimität der Liebe selbst.“
Der Artikel ist auf der Website des Daily Star's verfügbar (ENG).