In diesem Artikel fürThe Daily Star erklärt ABI-Mitarbeiter Anas Ansar, warum Bangladesch für den Rechtsruck im indischen Bundesstaat Westbengalen bei den aktuellen Wahlen keine Verantwortung trägt.
Nach der Wahl in dem indischen Bundesstaat Ende April und dem Sieg der Regierungspartei verbreitet sich zunehmend das Narrativ, dass politische Entwicklungen in Bangladesch den Ausgang der Wahl erklären könnten. Demnach hätten Ereignisse wie die Instabilität nach der Revolution, die Übergangsregierung Bangladeschs, sowie Gewalt gegen Minderheiten in Bangladesch den Aufstieg des Hindu-Nationalismus in Westbengalen begünstigt.
Anas Ansar argumentiert jedoch, dass dieses Narrativ gefährlich sei: „Dieses Argument ist nicht nur intellektuell schwach; es ist ein Fehler in Bezug auf politische Moral und Gerechtigkeit. Es verlagert die Verantwortung weg von dem tiefgreifenden strukturellen Wandel der indischen Politik im letzten Jahrzehnt und reduziert die komplexe Realität der Wahlen“.
Die Gefährlichkeit dieser Darstellung, so Ansar, liegt in der selektiven Auswahl von Fakten und in historischer Amnesie. Sein Fazit: „Der politische Wandel in Westbengalen muss im Kontext der politischen Entwicklung Indiens selbst verstanden werden: dem Aufstieg des Mehrheitsnationalismus, dem fehlenden Zusammenhalt in der Opposition, der außergewöhnlichen Macht der Propagandamaschinerie und des langfristigen ideologischen Projekts der hinduistischen Rechten“.
Der Artikel ist auf der Webseite von The Daily Star zu lesen.