Call for Contributions: Methodological innovations and alternative formats of knowledge production and circulation in Peace and Conflict Studies
Das Forschungsnetzwerk „Postkoloniale Hierarchien in der Friedens- und Konfliktforschung“, das Maria-Sibylla-Merian-Institut for Advanced Studies in Africa (MIASA) und das Forum Transregionale Studien rufen zur Einreichung von Beiträgen für die Virtuelle Enzyklopädie der Friedens- und Konfliktforschung und den TRAFO-Blog für transregionale Forschung auf. Der thematische Schwerpunkt liegt dabei auf methodischen Innovationen und alternativen Formaten der Wissensproduktion und -verbreitung.
Der Aufruf richtet sich an Forscher*innen, Studierende, Aktivist*innen, soziale Bewegungen, Kollektive, Künstler*innen und Fachleute aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der Karibik bzw. mit Wohnsitz in diesen Regionen. Beiträge von Einzelpersonen oder Kollektiven, die sich auf das Thema des Aufrufs beziehen, sind willkommen. Aus den eingereichten Vorschlägen werden fünf Beiträge ausgewählt.
Hintergrund
Trotz ihrer wachsenden Vielfalt an theoretischen und methodischen Ansätzen sind Friedens- und Konfliktstudien nach wie vor von ihren kolonialen Wurzeln und ihrer kolonialen Entwicklungsgeschichte geprägt. Kritische Stimmen, darunter solche, die von postkolonialer Theorie und dekolonialem Denken inspiriert sind, haben darauf hingewiesen, dass die epistemologischen und ontologischen Grundlagen von Theorie und Praxis in diesem Bereich auf eurozentrischen und westlichen Annahmen beruhen, die in kolonialen Machtstrukturen verwurzelt sind. Dies stellt ein grundlegendes Problem dar, das nicht nur das Verständnis von Frieden, Konflikt und Gewalt einschränkt und oft verzerrt, sondern auch zur Reproduktion der Strukturen beiträgt, die verschiedenen Formen von Gewalt und Ausgrenzung zugrunde liegen. Ein zentrales Merkmal der Kolonialität in diesem Bereich manifestiert sich in der Marginalisierung nicht-westlicher und indigener Erkenntnistheorien und Weltanschauungen in den vorherrschenden Dynamiken der Wissensproduktion.
Die Virtuelle Enzyklopädie ist eine Open-Access-Plattform, die vor diesem Hintergrund eine interdisziplinäre Sammlung theoretischer und konzeptioneller Debatten, empirischer Analysen sowie Reflexionen über Methoden und Wissensproduktion in der Friedens- und Konfliktforschung aus kritischer Perspektive bietet. Anstelle von eindeutigen und verallgemeinernden Definitionen möchte die Virtuelle Enzyklopädie Leser*innen das notwendige Rüstzeug an die Hand geben, um sich kritisch mit der Friedens- und Konfliktforschung auseinanderzusetzen. Ausgehend von einem Bekenntnis zur Kritik an der Kolonialität des Wissens und deren Auswirkungen auf die Friedens- und Konfliktforschung zielt die Virtuelle Enzyklopädie darauf ab, epistemische Hierarchien und Ungleichheiten durch die Förderung und Einbeziehung vielfältiger Stimmen (in Bezug auf Disziplinen, Regionen und berufliche Laufbahnen) sowie die Förderung kooperativer Netzwerke in Frage zu stellen.
Der TRAFO-Blog dient als Diskussions-, Informations- und Publikationsplattform für Wissenschaftler*innen, die sich für transregionale Forschung und den transregionalen Austausch interessieren. Er präsentiert Fragen, Standpunkte und vorläufige Ergebnisse aktueller Forschungen und Untersuchungen zu spezifischen Themen aus und über verschiedene Bereiche und Disziplinen in einem transregionalen Rahmen. TRAFO ist ein Akronym für „Transregionale Forschung“, hat im Deutschen aber noch eine weitere Bedeutung: Ein „Trafo“ ist eine Transformatorstation, was auf die Übersetzungsarbeit und Vermittlungsfunktion des Forums Transregionale Studien und der Max-Weber-Stiftung anspielt, die den TRAFO-Blog seit 2013 gemeinsam herausgeben.
Alle Anforderungen und mehr Informationen zu den Bewerbungsbedingungen im PDF (EN):
Registrierung
• Gehen Sie zum Anmeldeformular unter https://rewritingpeaceandconflict.net/call-miasa-trafo/
• Füllen Sie das Anmeldeformular aus. Bitte geben Sie die erforderlichen Daten ein und fügen Sie die erforderlichen Dateien (im PDF-Format) bei.
Zeitplan
Bewerbungsschluss: 15.08.2026
Bekanntgabe der ausgewählten Beiträge: 30.08.2026
Einreichung der Erstentwürfe der Beiträge: 31.10.2026
Peer-Review- und Kommentierungsprozess: November 2026
Einreichung der endgültigen Fassungen: Januar 2027
Veröffentlichung der Beiträge: Januar–Februar 2027