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Das ABI trauert um Professor Dr. Theodor Hanf

schwarz-weiß Bild von Theodor Hanf in schwarzem Rahmen mit seinen Lebensdaten

Das ABI trauert um seinen ehemaligen Direktor Theodor Hanf.

| © Helga Dickow

Theodor Hanf prägte die Ausrichtung und den Geist des ABI seit dessen Anfangsjahren. Er war Gestalter, Visionär, durch und durch Wissenschaftler und Kosmopolit. Er war immer neugierig, interessiert und auch tolerant gegenüber Positionen, die er selbst nicht teilte. Für das ABI war er lange der intellektuelle Motor und gleichzeitig ein Wissenschaftsdiplomat. 

Er war akademisch und politisch weltweit vernetzt. Als dies noch lange nicht en vogue und ein aufwändiges Unterfangen war, reiste Theodor Hanf durch die Welt und knüpfte langanhaltende Beziehungen. Er untersuchte unterschiedliche, oft von Konflikten geprägte, Gesellschaften, forschte nach Möglichkeiten des friedlichen Zusammenlebens. 

Auf Basis seiner Forschung entwickelte er theoretische Ansätze der vergleichenden Konfliktforschung. In Afrika, Nahost und Asien fühlte er sich gleichermaßen zuhause. Er veröffentlichte regelmäßig mit Wissenschaftler*innen aus dem Globalen Süden, als dies noch eine rare Ausnahme war. Die Förderung des internationalen wissenschaftlichen Nachwuchs war ihm ein großes Anliegen. 

Ein Mann im Anzug links unten im Bild, ihm gegenüber fünf junge Männer. Hinter ihnen an der Wand arabische Schrift.

Theodor Hanf auf einer Feldforschungsreise im Libanon, 1979.

| © Angela Herrmann

Das ABI verdankt Professor Hanf außerordentlich viel. Jetzige und ehemalige Mitarbeitende, der Vorstand und weitere Gremien werden unseren am 7. August 2026 verstorbenen ehemaligen langjährigen Direktor in ehrendem Andenken halten.

Zu Ehren von Professor Hanf und mit der dankenswerterweise erteilten Erlaubnis des Nomos-Verlags veröffentlichen wir hier die Laudatio von Professor Peter Molt aus der Festschrift zum 70. Geburtstag von Theodor Hanf. Diese ist im ABI erhältlich.

Kulturen und Konflikte im Vergleich – zum 70. Geburtstag von Theodor Hanf

PETER MOLT

„Die ersten Forschungen Theodor Hanfs in den frühen 60er Jahren an der kurz zuvor gegründeten „Arbeitsstelle für Kulturwissenschaftliche Forschung“, dem späteren Arnold-Bergstraesser-Institut in Freiburg galten dem Erziehungswesen Ruandas und des Libanon. Dabei stieß er auf die Bedeutung des Bildungssystems für gesellschaftliche Spannungen. Die Thematik der Konflikte in kulturell und religiös pluralen Gesellschaften ließ Theodor Hanf in den nächsten 45 Jahren seines wissenschaftlichen Arbeitens nicht mehr los.
(...)

Er hat damit auch gegenüber den lange Zeit von der Mehrheit der Sozialwissenschaftler zugunsten sozio-ökonomischer Fragestellungen vernachlässigten soziokulturellen Bindungen wieder zu ihrem Recht verholfen, ohne in das andere Extrem, einer nur kulturalistischen Fragestellung, zu verfallen. Seinen synoptischen Ansatz stützte ein anderes herausragendes Merkmal seines Forschens. Was er auch immer untersucht und analysiert, er ist in erster Linie Empiriker und Komparatist.“

Die ganze Laudatio als PDF:

Laudatio zum 70. Geburtstag von Prof. Dr. Theodor Hanf von Prof. Dr. Peter Molt (68.45 KB)

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