Juni 2026 Watershed: Der Bruch des Versprechens nach dem Ende der Apartheid in Südafrika
In diesem Artikel im TRAFO - Blog for Transregional Research untersucht ABI-Mitarbeiter Edwin Mutyenyoka den südafrikanischen Post-Apartheid-Staat im Kontext der Gewalt gegen Migrant*innen und fremdenfeindlichen Proteste der letzten Wochen.
In seiner Analyse lenkt Mutyenyoka den Blick insbesondere auf die Tendenz der Proteste, Migrant*innen zum Sündenbock für diverse sozio-ökonomische Sorgen zu machen. In diesem Kontext analysiert er die Rolle des Staates in Bezug auf drei unterschiedliche Phänomene: neoliberale Wirtschaftspolitik, Fremdenfeindlichkeit auf mehreren Ebenen, sowie die Vulnerabilität von Migrant*innen. Auf der Grundlage von Zeitungsberichten, Interviews und Fokusgruppendiskussionen mit Migrant*innen, Geflüchteten und Einheimischen in Johannesburg argumentiert Mutyenyoka, dass der Staat – ein Staat, der auf Menschenrechten und panafrikanischer Solidarität gegründet wurde – neoliberale Politik, die Versicherheitlichung von Migration und einwanderungsfeindliche Stimmung fördert: „Nach dem Ende der Apartheid hat Südafrika eine fortschrittliche konstitutionelle Demokratie aufgebaut, mit einem robusten Sozialsystem. Dieses Bekenntnis zu Rechten und Inklusion wird nun jedoch durch einen staatlich gelenkten Rückzug von internationalen Menschenrechtverpflichtungen untergraben. Vorgeschlagene Gesetzesänderungen bauen den Schutz durch Asyl ab und stellen Migration als Sicherheitsbedrohung dar.“
Gleichzeitig beleuchtet Mutyenyoka die Handlungsfähigkeit von Migrant*innen, und zeigt auf, wie migrantische Gruppen auch in feindseligen Aufnahmegesellschaften informelle Netzwerke des Widerstands und der Solidarität knüpfen.
Der Artikel ist auf der TRAFO Webseite (auf Englisch) verfügbar.