Fabricio Rodríguez während seines Vortrags.
| © ABIVom 20. bis 25. Oktober 2025 fand in Granada, Spanien, das II Foro Internacional de Paz 2025 : Violencia y Paz - Tensiones y Oportunidades hacia una Humanidad Común (Zweites Internationales Friedensforum 2025: Gewalt und Frieden – Spannungen und Chancen auf dem Weg zu einer gemeinsamen Menschheit). Das Forum wurde von der Stiftung Unamos Culturas organisiert und brachte Friedensschaffende, Lehrende, Forschende und Künstler*innen aus aller Welt zusammen, um zu erkunden, wie Kommunikation, Bildung, Nachhaltigkeit und Migration zu einer friedlicheren und inklusiveren Zukunft beitragen können.
Fabricio Rodríguez vom ABI und der Universität Freiburg, Mitglied des vom BMBF geförderten Kompetenznetzwerks „Postcolonial Hierarchies in Peace and Conflict“, nahm mit zwei Beiträgen an dieser internationalen Veranstaltung teil. Als Keynote-Speaker sprach er über transkulturelle Dialoge zu Ökologie, Gesellschaft und Frieden und untersuchte, wie unterschiedliche Erkenntnistheorien und lokale Praktiken ein Verständnis von transnationaler Solidarität und Nachhaltigkeit jenseits staatlicher Maßnahmen fördern könnten.
Als Teilnehmer an der Podiumsdiskussion „Memoria y Silencio: Disputas por el Monopolio del Dolor en la Construcción de Narrativas Colectivas” beteiligte er sich an einem spannenden Austausch über die Politik der Erinnerung, des Schweigens und den Kampf um kollektive Narrative. Dabei ging er auf seine aktuelle Forschung zu populärer Erinnerung und staatlicher Repression während und nach den sozialen Unruhen 2019–2020 in Santiago de Chile ein. Eine Aufzeichnung dieser Podiumsdiskussion ist, neben mit anderen Sitzungen des Forums, auf dem YouTube-Kanal der Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie der Universität Granada verfügbar.
Das Forum bot inspirierende Beiträge von führenden lateinamerikanischen und europäischen Stimmen aus dem Bereich Friedens- und Konfliktforschung. Zu den Referent*innen gehörte u.a. Francisco De Roux, Präsident der kolumbianischen Wahrheitskommission, dessen Überlegungen zu Reconciliation und Community Healing bei den Teilnehmer*innen großen Anklang fanden. Weitere namhafte Referent*innen, wie die Professorin Jenny Pearce (LSE), Autorin von „Politics without Violence?: Towards a Post-Weberian Enlightenment“ (Palgrave Macmillan, 2020), und Ashok Swain (Fachbereich Friedens- und Konfliktforschung, Universität Uppsala), bereicherten die Diskussionen mit ihren Perspektiven zu Konflikttransformation, Kommunikation und globaler Friedensförderung. Das ABI möchte Julián Ramírez García, Mónica Andrea Cabarcas (Fundación Unamos Culturas) und Mario López Martínez (Universität Granada) herzlich zu ihrem Engagement für die Förderung des Dialogs zwischen verschiedenen Disziplinen und Kulturen in einem so einzigartigen Rahmen danken.
Wie Fabricio Rodríguez bemerkt: „Un foro lleno de puentes entre ciencia, arte y cultura – intercambios, lazos, (des)aprendizajes, nuevos vínculos, muchas ideas, mucho que hacer.” (Ein Forum voller Brücken zwischen Wissenschaft, Kunst und Kultur – Austausch, Verbindungen, (Ver-)Lernen, neue Beziehungen, viele Ideen und noch viel zu tun).
Die Veranstaltung verdeutlichte die Bedeutung von Zusammenarbeit über Genzen hinweg sowie des Dialogs zwischen Wissenssystemen – für die Förderung von Frieden, Nachhaltigkeit und gegenseitigem Verständnis über eurozentrische Systeme der Wissensproduktion hinaus. Dies sind Themen, die im Mittelpunkt der Forschung und des Engagements des ABI stehen.