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Helga Dickow über interreligiösen Dialog im Tschad

Logo der Zeitschrift "weltsichten", daneben ein Portrait von Helga Dickow

Religionsdialog mit staatlichem Segen 

Für das Online-Medium Weltsichten schreibt Katja Dorothea Buck über ein neues Format des interreligiösen Dialogs im Tschad. Ausführlich zitiert sie in ihrem Beitrag die ABI-Expertin Helga Dickow.
 

„Ende Juni haben Vertreter des Nationalen Rats für Islamische Angelegenheiten (CNAIT), der Tschadischen Katholischen Bischofskonferenz und der Vereinigung der evangelischen Kirchen und Missionen dem interreligiösen Dialog im Tschad einen formalen Rahmen gegeben. Die neu aufgestellte Plattform vertritt einen großen Teil der knapp 22 Millionen Einwohner des Landes. 
 
Helga Dickow vom Arnold-Bergstraesser-Institut in Freiburg sieht die Formalisierung der interreligiösen Zusammenarbeit in der neuen Plattform skeptisch, zumal sie auf die Initiative der Regierung zurückgehe. Dickow hat mehrere Jahre im Tschad gelebt und für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gearbeitet. Es sei im autokratisch regierten Tschad eine übliche Strategie, durch Kooptierung oder die Schaffung von Doppelstrukturen politische Kontrolle über bestimmte Themen zu erlangen. „Interessant wird sein, wer in dieser neuen Vereinsstruktur das Sagen haben wird, wer Vorsitzender wird und ob die Statuten eine Ämterrotation zwischen Muslimen und Christen vorsehen“, sagt Dickow. Das alles sei noch nicht klar.

Dass die neue Plattform Einfluss auf die Auseinandersetzungen mit Boko Haram am Tschadsee haben wird, bezweifelt sie. „In der Zusammenarbeit der Religionen ging es bisher immer um das Zusammenleben von Muslimen und Christen im Land und weniger um die Frage nach dem Umgang mit extremistischen Gruppen.“ Diese sind im Tschad nur sehr begrenzt in der Region des Tschadsees aktiv. Immer wieder kommt es dort zu Angriffen auf Armeeposten, bei denen auch Zivilisten getötet werden.

Derzeit ist die Region für Medien gesperrt, so dass niemand unabhängig berichten kann, um was es in dem Konflikt geht und wer daran beteiligt ist. „Inoffiziell wird auch von Rebellen gesprochen, die gegen die Regierung Déby opponieren“, sagt Dickow. Mit den Konflikten zwischen Nomaden und sesshafter Bevölkerung um Weide- und Ackerland wie in anderen Ländern der Sahelzone haben die Überfälle in dieser Region aber ihres Wissens nur wenig zu tun.“ 

 

Der Artikel in voller Länge ist hier abrufbar.

Newstyp:
Medienbeiträge