International Quarterly for Asian Studies, Vol. 56 No. 1
Diese Ausgabe ist Teil 1 einer Doppelausgabe zum Thema „Afghan Women and the Politics of Knowledge Production“.
Die Rechte und Stimmen afghanischer Frauen wurden historisch lange von Modernisierungs- und imperialistischen Projekten instrumentalisiert. Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 haben afghanische Frauen viele der in den letzten zwei Jahrzehnten hart erkämpften Errungenschaften verloren. Dazu zählen u.a. die Verwehrung des Zugangs zur Sekundar- und Hochschulbildung, starke Einschränkungen in Bezug auf Beschäftigung und Anstellung, und eine forcierte Abhängigkeit von männlicher Begleitung, beispielsweise beim Reisen. Politisch sind Frauen vollständig aus den formalen Regierungsstrukturen ausgeschlossen worden – Stimmen von Frauen und ihre Repräsentation sind somit aus dem politischen Diskurs praktisch verschwunden.
Dieser erste Teil der Doppelausgabe rückt das Wissen, die Kreativität und die kritischen Stimmen afghanischer Frauen in den Vordergrund. Sie vereint Perspektiven aus verschiedenen Regionen und wissenschaftlichen Disziplinen. Frauen als Autorinnen, Kritikerinnen und Theoretikerinnen stehen im Mittelpunkt. Die Beiträge kombinieren akademische Analyse mit Poesie und Kunst. So stellt die Ausgabe die Fragen: Wessen Wissen wird als wertvoll gewertet? Und was bedeutet es, mit denjenigen zu schreiben, die unmittelbar von Exklusion betroffen sind – anstatt über sie?
Die neue Augabe finden Sie hier (Open Access).
Ausgewählte Artikel
Witnessing through Verse: Afghan Women’s Poetics of Resilience
Parwana Fayyaz
Afghan Women Activist Stories Part I: Claiming the Narrative – Voices from Exile
Susanne Schmeidl Suraya Pakzad Zainab Qadiri
IQAS (International Quarterly for Asian Studies) ist seit 1970 eine der führenden wissenschaftlichen Zeitschriften zu Asien in Deutschland. Sie bietet ein Forum für multidisziplinäre Forschung zu aktuellen und historischen Themen, die für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im heutigen Asien relevant sind. Sie will die Ergebnisse der sozialwissenschaftlichen Asienforschung einem breiteren öffentlichen Diskurs über Asien bekannt machen. Die Beiträge richten sich an ein Publikum, das sich bewusst ist, dass die Regionen und Kulturen der Welt seit jeher miteinander verflochten sind und daher in Beziehung zueinander verstanden werden müssen.
Die Zeitschrift erscheint vierteljährlich bzw. halbjährlich als Doppelheft sowohl in einer Print- als auch in einer Open-Access-Version. Es wird vom ABI herausgegeben.
Alle Ausgaben können Sie auf der Webseite des IQAS lesen.