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Luisa Morales Vega über Ausgrenzung entlang der Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko

Portrait von Luisa Gabriela Morales Vega
© ABI

Luisa Gabriela Morales-Vega war vom 30. April bis zum 6. Mai zu Gast im Forschungscluster Flucht und Migration am ABI. Sie stellte ihre Forschungsarbeit zu Migrationspolitik und Abschiebemechanismen von Migrant*innen zwischen den USA und Mexiko vor.

Luisa Gabriela Morales-Vega ist Rechtswissenschaftlerin an der Autonomen Universität des Bundesstaates Mexiko. Bei ABI stellte sie ihr Buchprojekt mit dem Titel „The reinforcement of exclusion in the United States – Mexico corridor“ vor. Darin zeichnet sie die Entstehung und Verschärfung des US-amerikanischen Abschiebesregimes sowie dessen Replikation in Mexiko nach. Zu diesem Zweck untersucht sie politische Maßnahmen, Diskurse und Governance-Strukturen innerhalb und zwischen beiden Ländern.

In ihrem Vortrag am ABI illustrierte Morales-Vega, wie die USA ein extremes Maß an Migrationskontrolle durchsetzen, darunter zahlreiche Exekutivverordnungen unter Donald Trump, rassistische Diskurse und der ungehemmte Einsatz von Gewalt durch ICE. Dies stellt eine zunehmenden Internalisierung von Grenzen dar. Gleichzeitig lagern die USA die Inhaftierung von Migrant*innen in andere Länder aus und replizieren dort das System der Unterdrückung. So zwingen die USA beispielsweise andere Länder durch die Androhung von Zöllen und Beschränkungen bei Rücküberweisungen, Abgeschobene aufzunehmen und Migrant*innen festzuhalten. Morales-Vega beschrieb dies als den Einsatz von „Migrant*innen als Verhandlungsmasse“. Eines der Hauptaufnahmeländer für aus den USA abgeschobene Personen ist Mexiko, wo ähnliche repressive Dynamiken reproduziert werden, wie etwa die stark militarisierte Migrationskontrolle durch die Nationalgarde.

Morales-Vega zeigte anschaulich und eindringlich, wie entlang des gesamten US-mexikanischen Korridors ein System entstanden ist, das Migrant*innen institutioneller Gewalt aussetzt und ihre Schutzbedürftigkeit weiter verschärft: Menschen werden festgehalten, unter entsetzlichen Bedingungen inhaftiert, abgeschoben, und Familien werden auseinandergerissen. Zwar wurden Migrant*innen vorerst weitgehend von der Grenze zwischen den USA und Mexiko verdrängt und unsichtbar gemacht, doch erinnert uns Morales-Vega daran, dass „sie irgendwo sind“ – und nicht vergessen werden dürfen.

Vor diesem Besuch hatte Morales-Vega 2021/22 an einem Forschungsprojekt zum Thema „COVID-19 and Migrant Communities in the Global South“ mitgewirkt, das in Zusammenarbeit mit Franzisca Zanker vom ABI durchgeführt wurde. Gemeinsam mit Kollegen aus Katar, Nepal und Simbabwe veröffentlichte Morales-Vega eine Reihe von Berichten und Videos zu ihren Forschungsergebnissen.

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