“Wir schreiben den Frieden gemeinsam”, Kunstwerk: Des-tejiendoMiradas/(Un-)Stitching Gazes
Das Projekt „Postcolonial Hierarchies in Peace and Conflict“ hat die sechste und letzte Folge seiner Podcast-Reihe „Confronting Hierarchies – A Podcast on (De)Coloniality, Peace & Conflict“ in der Online-Enzyklopädie veröffentlicht. Das Ziel der Podcast-Reihe war es, dominante Narrative mit einer Vielzahl von Stimmen innerhalb und außerhalb der Wissenschaft im Dialog zu hinterfragen und sich im Laufe von sechs Folgen kritisch mit Theorien und Forschungspraktiken auseinanderzusetzen.
In dieser letzten Folge „Confronting Genocide. German Colonialism and African Struggles for Justice” sprechen Viviana García Pinzón und Fabricio Rodríguez mit dem transnationalen Aktivisten und Dichter Jephta Nguherimo über seine Arbeit für Restorative Justice und Reparationen für den deutschen Völkermord an den Ovaherero und Nama im heutigen Namibia. Jephta gehört zum Stamm der Ovaherero und teilt im Laufe des Gesprächs seine Erfahrungen aus jahrzehntelangem Kampf für Gerechtigkeit vor Gericht, in der Kunst und in der Poesie. Gemeinsam sprechen sie über die historische Entwicklung der Reparationen, über größere und kleinere Erfolge und über alles, wofür es noch zu kämpfen gilt. Die Herausforderungen sind nach wie vor groß, und bis heute werden nur einige wenige Menschen an den Verhandlungstisch eingeladen, während das Bewusstsein der deutschen Zivilgesellschaft für die koloniale Vergangenheit des Landes nach wie vor gering ist. Dennoch kämpft Jeptha weiterhin optimistisch für das, was die Zukunft und die neuen Generationen bringen werden.
Jephta U. Nguherimo ist ein Reparations-Aktivist, Dichter und ehemaliger professioneller Arbeitsvermittler hereroischer Abstammung aus Washington D.C. Jephta Nguherimo hat in den letzten drei Jahrzehnten maßgeblich zur Reparationsbewegung für die Völkermorde an den OvaHerero und Nama beigetragen. Er ist Mitbegründer des OvaHerero, Ovambanderu and Nama Genocide Institute in den USA und organisierte Konferenzen und weitere Plattformen, die schließlich die deutsche Regierung dazu zwangen, sich mit dem Völkermord von 1904-08 auseinanderzusetzen und ihn anzuerkennen.
Die Folge wurde von Abdul Karim Ibrahim vom Institute of African Studies der University of Ghana moderiert.
Sie wurde von Miriam Bartelmann und Martine Toppenberg Dahl vorbereitet und aufgezeichnet.
Die Folge und die gesamte Podcast-Reihe kann auf der Webseite der Online-Enzyklopädie sowie auf Spotify und Apple Podcast angehört werden (auf Englisch).
Die Online-Enzyklopädie „Rewriting Peace and Conflict“ ist ein Produkt des Forschungsnetzwerks „Postcolonial Hierarchies in Peace and Conflict Studies“. Sie ist eine multimediale und frei zugängliche Plattform mit Beiträgen über Frieden und Konflikt aus postkolonialen und dekolonialen Perspektiven. Die Enzyklopädie bietet eine interdisziplinäre Sammlung von zentralen theoretischen und konzeptuellen Debatten, empirischen Analysen und Reflektionen der Wissensproduktion. Sie bringt verschiedene Stimmen zusammen, darunter Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Hintergründen und Regionen, Menschen aus der Praxis und Aktivist*innen. Sie kombiniert Text, Audio, Video und Storytelling in verschiedenen Formaten. Das Ziel ist ein Wissensdialog.