Im Rahmen seines Gastaufenthaltes im „Middle East and North Africa Programme” des European Council on Foreign Relations (ECFR) hat ABI-Mitarbeiter Philipp Wagner ein Policy brief zur europäisch-tunesischen Zusammenarbeit im Bereich Energie veröffentlicht.
Die Zusammenarbeit im Bereich der nachhaltigen Energie wird ein wichtiger Bestandteil des „Pakts für den Mittelmeerraum“ der EU sein, einer neuen strategischen Initiative, die darauf abzielt, die Union mit ihren Nachbarstaaten in Nordafrika und darüber hinaus zu verbinden, um einen „gemeinsamen Mittelmeerraum“ zu schaffen. Die EU und Tunesien haben ein gemeinsames Interesse daran, den beginnenden ökologischen Wandel in Tunesien zu beschleunigen. Allerdings hat der zunehmende Autoritarismus von Präsident Kais Saied seit 2019 zu Spannungen in den Beziehungen zwischen der EU und Tunesien geführt. Bislang hatte die EU Schwierigkeiten, einen konsistenten Ansatz für die Zusammenarbeit mit Tunesien im Bereich der nachhaltigen Energie zu finden und die Nuancen der politischen Landschaft des Landes in ihrem Engagement zu berücksichtigen.
Wagner argumentiert, dass ein neuer Ansatz im Ethos des Mittelmeerpakts – konkrete Projekte, die sich auf den gegenseitigen Nutzen für die Wirtschaft und die Menschen in der gesamten Gesellschaft konzentrieren – eine stärkere Zusammenarbeit im Bereich der erneuerbaren Energien möglich machen könnte. Dies würde die wirtschaftliche Entwicklung Tunesiens fördern und seine Bürger*innen über die üblichen Eliten hinaus stärken. Gleichzeitig könnte dies als Bewährungsprobe für die grüne Diplomatie der EU in anderen herausfordernden politischen Umfeldern dienen.
Der Policy brief ist auf der Webseite des ECFR verfügbar.