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Postcolonial Hierarchies-Projekt bis 2028 verlängert

Das Team des Projekts Postcolonial Hierarchies am ABI

Das Team von „Postcolonial Hierarchies" am ABI, von links: Fabricio Rodríguez, Alke Jenss, Miriam Bartelmann und Viviana García Pinzón.

Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Kompetenznetzwerk „Postcolonial Hierarchies in Peace and Conflict“ wird in eine zweite Förderphase überführt. Das Netzwerk ist ein Verbundprojekt der Philipps-Universität Marburg, der Universität Bayreuth, der Universität Erfurt sowie des Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI).

Während der ersten Phase (2022–2026) hat sich das Projekt als internationales Netzwerk und zentrale Austauschplattform für kritische Friedens- und Konfliktforschung etabliert. Es verbindet theoretische und empirische Perspektiven und stärkt gezielt bislang unterrepräsentierte Ansätze und Stimmen, insbesondere aus dem Globalen Süden.

Die zweite Förderphase (2026-2028) reagiert auf veränderte globale Rahmenbedingungen und fachliche Anforderungen. Zunehmende Gewalt, politische Polarisierung sowie der Anstieg von Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus unterstreichen die Dringlichkeit, globale Machtverhältnisse neu zu analysieren. 

Vor diesem Hintergrund rückt das Netzwerk drei Entwicklungen stärker in den Fokus: 

(1) die zunehmende Infragestellung der liberalen Weltordnung und ihrer globalen Verflechtungen, 

(2) die Bedeutung alltäglicher Manifestationen postkolonialer Hierarchien sowie 

(3) die wachsende Relevanz politökonomischer Dynamiken, die sich aus den bisherigen Forschungsergebnissen ergeben haben.

Ein zentraler Schwerpunkt der zweiten Förderphase liegt auf der Weiterentwicklung des Konzepts und Arbeitspakets „Knowledge(s) in Dialogue“, das verschiedene Aktivitäten und Produkte im Bereich der Wissenskommunikation, des gesellschaftlichen Dialogs und des Lehrtransfers bündelt. Die in der ersten Phase erfolgreich etablierten Formate, insbesondere die virtuelle Enzyklopädie, werden ausgebaut und strukturell neu verankert. 

Das Arbeitspaket Knowledge(s) in Dialogue wird weiterhin am Arnold-Bergstraesser-Institut koordiniert und zielt darauf ab, dialogische Formen des Wissenstransfers zu stärken. Viele der bewährten sowie neue Formate nun im gesamten Netzwerk weitergeführt und gemeinsam umgesetzt. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von Forschungsergebnissen, sondern um einen wechselseitigen Austausch über unterschiedliche Perspektiven auf Frieden und Konflikt. Die Zusammenarbeit mit internationalen und lokalen Partnern wird in diesem Zusammenhang weiter intensiviert, darunter Universitäten, Praxisakteure, NGOs, Journalist:innen und zivilgesellschaftliche Organisationen. 

Ein weiterer Fokus liegt auf der stärkeren Verzahnung des Netzwerks mit den vom BMFTR geförderten Merian-Zentren. Dazu zählen das Merian Centre for Advanced Studies in the Maghreb (MECAM) sowie weitere Maria Sibylla Merian Centres for Advanced Studies, darunter CALAS (Mexiko), Mecila (Brasilien), ICAS:MP (Indien) und MIASA (Ghana). 

Interdisziplinarität sowie die enge Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen weltweit, insbesondere im Globalen Süden, bleiben zentrale Bestandteile des Netzwerks. Mit der Verlängerung setzt das Netzwerk seine Arbeit fort, kritische Perspektiven auf globale Friedens- und Konfliktordnungen zu stärken und neue Räume für dialogische und plurale Wissensproduktion zu schaffen.

Am ABI sind im Hierarchies-Projekt unsere Kolleg*innen Alke Jenss, Viviana García Pinzón, Fabricio Rodríguez und Miriam Bartelmann tätig. Eine Reflektion über die erste Phase und die Diskussionen der Abschlusskonferenz der ersten Förderphase in Tunis im Oktober 2025 ist im TRAFO – Blog for Transregional Research zu lesen. Das Team am ABI gewann 2025 zudem die Auszeichnung "Bestes Forschungsumfeld 2024" der Jungen Akademie und der VolkswagenStiftung.

Alle aktuellen Veranstaltungen, Publikationen und multimedialen Veröffentlichungen sind auf der Projekt-Website zu finden: https://www.postcolonial-hierarchies.net/ 

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