In diesem Beitrag in der Online-Enzyklopädie "Rewriting Peace and Conflict" des Postcolonial Hierarchies in Peace and Conflict Netzwerks, betrachtet ABI-Mitarbeiterin Teresa Jopson das Konzept des Postkonflikts aus dekolonialen Perspektiven, um Konflikte sichtbar zu machen und neue Formen der Friedensförderung zu erschließen.
Der Begriff „Postkonflikt“ wird in der klassischen Friedens- und Konfliktforschung sowie im Diskurs der internationalen Entwicklungszusammenarbeit verwendet, um das Ende von Bürgerkriegen oder den Abschluss international anerkannter Friedensverhandlungen zu bezeichnen. Jopson argumentiert jedoch, dass diese Verwendung des Begriffs im Rahmen der seit den 1990er Jahren primär geförderten neo/liberalen Friedensförderung die Ursachen von anhaltenden Konflikten und Gewalt verschleiert. Die diversen Perspektiven der lokalen Bevölkerung werden oft nicht berücksichtigt, wodurch neue Spannungen und Konflikte entstehen, oder alte Konflikte wieder entflammen: Am Beispiel einzelner Regionen in Südostasien, die häufig als Post-Konflikt-Regionen bezeichnet werden, zeigt sie, wie dort immer noch verschiedene Formen von Gewalt und Unsicherheit herrschen.
Jopson schlägt vor, dass Postkonflikt weniger als Ereignis oder Zustand, sondern mehr als Prozess betrachtet werden sollte, der auf das Ziel eines nachhaltigen Friedens und soziale Gerechtigkeit abzielt. Ausgehend von dekolonialen Perspektiven, wie die Kolonialität der Macht, oder Pluriversalität, definiert sie den Begriff als Ziel, die materielle, epistemische und diskursive Gewalt anzugehen, die Konflikten zugrunde liegt.
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