In der BBC-Sendung „Russia's security influence in the Central African Republic“ gibt Tim Glawion Einblicke in die Beweggründe der Zentralafrikanischen Republik, eine Zusammenarbeit mit Russland einzugehen.
Im Interview geht er auf verschiedene Aspekte der russischen Präsenz in der ZAR ein:
- Zunächst erklärt Glawion den Unterschied zwischen der Wagner-Gruppe und der neueren Struktur von Russlands Afrikakorps. Die Wagner-Gruppe ist in den meisten Ländern aufgelöst worden und wird wahrscheinlich auch in der ZAR durch das Afrikakorps ersetzt werden. Jedoch hatte Wagner Vorteile für den Präsidenten der ZAR: Er konnte sie indirekt bezahlen, indem er ihnen die Kontrolle über die größte Goldmine des Landes gab.
- Die Maßnahmen Russlands, die Wagner-Gruppe komplett durch das Afrikakorps zu ersetzen, deuten auf eine Verschiebung in der Politik hin: Während Wagner als unabhängig von der russischen Staatspolitik dargestellt wurde, vertritt das Afrikakorps offen die Interessen Russlands. Ihre Behauptungen, anti-kolonial zu sein, wirken vor dem Hintergrund ihres jüngsten Vorgehens, in etwa Mali, jedoch fragwürdig.
- Glawion argumentiert, dass sich der Präsident der ZAR mehr um die Sicherheit seines Regimes als die der Bevölkerung sorgt. Ein Abkommen mit dem Afrikakorps wäre mehr, als sich die ZAR leisten könnte. Als Risiko sieht Glawion zum einen den Verkauf natürlicher Ressourcen, zum anderen aber auch Sicherheitslücken. Rebellengruppen könnten die Unsicherheit in der Partnerschaft mit Wagner und Russland nutzen, um einen neuen Angriff auf die Hauptstadt zu starten.
Das Programm ist auf der Webseite der BBC zum Nachhören (auf Englisch) verfügbar.
Newstyp:
Medienbeiträge