Gemeinsam mit Marius Mouguia analysiert Tim Glawion für die französischsprachige Ausgabe von The Conversation, was mit ausländischen Entwicklungsgeldern in der Zentralafrikanischen Republik passiert und wie sie besser angelegt werden könnten, um der Bevölkerung zu Gute zu kommen.
Als Team bringen Glawion und Crépin Mouguia politikwissenschaftliche und anthropologische Expertise zusammen: „Gemeinsam haben wir versucht, die Kluft zwischen dem qualitativen und dem quantitativen Ansatz zu überbrücken und konkrete Daten zur Haushaltsplanung und Entwicklungshilfe mit dem Verständnis dafür zu verknüpfen, was diese Zahlen vor Ort für eine der ärmsten Bevölkerungsgruppen der Welt bedeuten.“
Entgegen der weitverbreiteten Annahme, die Zentralafrikanische Republik (ZAR) sei von der internationalen Entwicklungshilfe ausgeschlossen, zeigen die Autoren, dass es sehr wohl ausländische Gelder im Land gibt, sie machen bis zu 50% des nationalen Budgets aus. Doch „wesentliche öffentliche Sektoren wurden in der Zeit seit dem Bürgerkrieg (2016-2025) ausschließlich durch ausländische Hilfe gestützt. Die Auslagerung hat es dem Staat ermöglicht, sich zu militarisieren.“ So betrugen die reellen Ausgaben für den Landwirtschaftssektor 2024 nur 2%, während die Ausgaben im Verteidigungsssektor auf 18% anstiegen.
Glawion und Mouguia argumentieren, nationale und internationale Akteure in der ZAR müssen ihr Verständnis von Investitionen in die Sicherheit dahingehend ändern, dass sie langfristig in Bildung, Gesundheit und Landwirtschaft investieren, statt überwiegend in den Verteidungssektor.
Der ganze Text ist bei The Conversation auf Französisch zu lesen.