ABI-Mitarbeiterin und stellvertretende Direktorin Franzisca Zanker hat gemeinsam mit Amanda Bisong einen Beitrag im Blog des Migration Policy Centre zu afrikanischer Migration und Mobilität geschrieben. Darin halten die Autor*innen fest, was europäische Migrationspolitik aus afrikanischer Expertise lernen kann.
Zentral kritisieren Bisong und Zanker, dass europäische Debatten um Migration und Migrationspolitik primär auf Statistiken basieren, die jedoch kein umfassendes Bild von Migration zeichnen können. Vielmehr verkennt die Reduktion von Migration auf reine Zahlen von Grenzüberquerungen, Visaablehnungen, oder Asylanträgen die Hintergründe der Mobilität. Beispielsweise, weshalb und wie Menschen migrieren und unter welchen Bedingungen sie dies tun. Politik, die allein auf das Verhindern von Einreisen abzielt, könnte dazu führen, dass Migration nur umgeleitet wird, die Abhängigkeit von Schleuser*innen zunimmt und Menschen dazu gezwungen werden, gefährlichere Routen auf sich zu nehmen.
Ihre Meinung: Europäische Politik kann viel von afrikanischer Migrationsforschung lernen. Diese fokussiert sich explizit auf Migration in und aus Afrika und zeigt nicht nur, dass der Großteil afrikanischer Migration innerhalb des Kontinents stattfindet, sondern auch, dass Migration nicht zwingend aus Armut oder Instabilität entsteht – anders als häufig angenommen. Stattdessen betrachten Staaten und Menschen in Afrika Mobilität oftmals als einen normalen und positiven Bestandteil des sozialen und wirtschaftlichen Lebens. Ein besseres Verständnis der Migrationsdynamiken unter Berücksichtigung von Erkenntnissen der afrikanischen Migrationsforschung und anderer Perspektiven aus dem Globalen Süden könnte neue Ansätze für die Migrationspolitik hervorbringen.
Der Artikel ist auf der Webseite des Migration Policy Centre verfügbar.