Donnerstag, 12. Dezember 2019

Ein Hotspot für die deutsch-ghanaische Freundschaft: Freiburg begrüßt Delegation aus Accra

Eine Delegation aus Accra, der Hauptstadt Ghana, war diese Woche zu Gast in Freiburg. In Begleitung von Vertreterinnen und Vertretern aus Bildung und Wirtschaft besuchte Oberbürgermeister Mohammed Adjei Sowah nicht nur den Freiburger Amtskollegen Martin Horn, sondern auch das Freiburg Institute for Advanced Studies. Anlass der Reise war der Wunsch, die Verbindungen, die bereits zwischen Freiburg und Accra bestehen, weiter auszubauen und die gemeinsame Zusammenarbeit in den Bereichen Abfallwirtschaft, Abwasser, Verkehr, Klimaschutz, Wirtschaft und Wissenschaft zu stärken.

Spätestens mit der Gründung des Merian Institute for Advanced Studies in Africa (MIASA) an der University of Ghana im letzten Jahr hat der wissenschaftliche Austausch zwischen Accra und Freiburg auch eine institutionelle Form gefunden. Sowohl das Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI) unter der Leitung von Andreas Mehler als auch das Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS), als dessen Direktor Bernd Kortmann fungiert, spielten eine wichtige Rolle bei der Einrichtung des Partnerinstituts, zu dessen Hauptziel der Abbau globaler Asymmetrien in der Produktion und Verbreitung von akademischen Wissen gehört. Erst letzte Woche entschied das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Institut ab Herbst 2020 über eine Laufzeit von sechs Jahren mit insgesamt 12 Millionen Euro weiter zu fördern.

Auf dem offiziellen Empfang, den das Rathaus am Dienstagmittag für die Besucherinnen und Besucher aus Accra organisierte, wurde die Partnerschaft zwischen Accra und Freiburg auch im individuellen Austausch bei ghanaischer Musik sichtbar. Annika Hampel, Freiburger Koordinatorin für MIASA und Geschäftsführerin des im Aufbau begriffenen Afrika-Zentrum der Universität Freiburg, zeigt sich beeindruckt von der positiven Resonanz, auf die die Initiative zu einer verstärkten deutsch-ghanaischen Zusammenarbeit stieß: „In Freiburg gibt es eine Vielzahl von Menschen, die in irgendeiner Form mit Afrika verbunden sind, sei es beruflich, sei es aufgrund gesellschaftlichen Engagements, sei es, dass sie Teil der hiesigen African Community sind. Sie alle hier im Austausch miteinander zu sehen, bestärkt uns in unseren Bemühungen, diese Verbindungen weiter auszubauen.“

Der akademischen Zusammenarbeit sollen weitere Arbeitsfelder folgen. So unterschrieben die Bürgermeister Sowah und Horn am Montagabend ein „Memorandum of Understanding“, in dem die Eckpfeiler für weitere Kooperationen in Forschung, Bildung und Umweltschutz gelegt wurden. In diesem Dokument verpflichten sich beide Städte darauf, Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung umzusetzen. Diese betreffen neben der Förderung von Klimaschutz und dem Aufbau einer lebendigen Startup-Kultur in beiden Städten auch gemeinsame Forschungsunternehmen, die von der engen Verzahnung von ABI, FRIAS und MIASA profitieren können.

Wie gemeinsame Forschungsprojekte in Zukunft initiiert werden können und welche Rolle ABI und FRIAS sowie MIASA dabei spielen, war Thema bei einem Arbeitstreffen am Dienstagabend im FRIAS. Nach einer Präsentation der Freiburger Forschungslandschaft durch Gunther Neuhaus, Vizerektor und Prorektor für Forschung und Innovation, berichteten Bernd Kortmann und Andreas Mehler von den gemeinsamen Aktivitäten im Rahmen der MIASA-Gründung. Betont wurde dabei vor allem, dass Institute wie MIASA, FRIAS und ABI die Universitäten keineswegs ersetzen wollen. Die Zusammenarbeit zwischen Forschungskollegs und Universitäten, so Kortmann und Mehler, trage jedoch dazu bei, neue, interdisziplinäre Perspektiven zu eröffnen und biete vor allem auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern Gelegenheit, die eigene Karriere voranzutreiben. Das wiederum hat einen ganz wesentlichen Nebeneffekt: Afrikanische Forschung gewinnt langfristig an Sichtbarkeit und wird findet so wiederum Eingang in die internationale Wissenschaft.

Dienstag, 10. Dezember 2019

Newspaper: Erinnerungen an die Pinochet-Zeit

Anna Fünfgeld schreibt in der Badischen Zeitung über die aktuelle Lage in Chile, wo seit vielen Wochen gegen die Regierung des Landes protestiert wird. Mehr hier.

Freitag, 6. Dezember 2019

Newspaper: Warnschuss an Namibias alte Befreiungsgarde

Heribert Weiland schreibt in der Badischen Zeitung über die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Namibia und deren denkbar knappen Ausgang. Mehr hier.

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Twelve million euros for international research college in Africa

How can ecological restructuring, democracy and peace in Africa be realized sustainably? How can the voices of renowned opinion leaders be heard and innovative approaches from science and practice be seen on the continent? These are the goals of the Maria Sibylla Merian Institute for Advanced Studies in Africa (MIASA). In the one and a half years of its existence, the international research college has achieved impressive results, and following a successful assessment by the Federal Ministry of Education and Research (BMBF), MIASA will be entering its main phase from September 2020. The BMBF will be supporting the institute for the next six years with a total of nearly twelve million euros.

“It is our role as a university to build bridges for the worldwide exchange of knowledge and so meet our responsibility for political, social and cultural challenges,” says Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, Rector of the University of Freiburg. The University of Freiburg with the Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) and the Arnold Bergstraesser Institute (ABI) is responsible for developing and coordinating the institute at the University of Ghana.

“MIASA will be an anchor point for researchers from Germany, Africa and throughout the world to study the subject of sustainable governance. We want to make a significant contribution to the reduction in global asymmetries of knowledge,” says Prof. Dr. Andreas Mehler, Director of the ABI and initiator of the college. MIASA offers suitable formats for shaping academic knowledge production globally, Mehler emphasizes. At the heart of the cooperation are interdisciplinary research groups. With this approach, scientists from all around the world work together on a thematic focus, such as migration narratives or the functioning of African parliaments. The results are presented and published at international conferences.

The Ghanaian director of MIASA, Prof. Abena D. Oduro, stresses, “MIASA will be an intellectual hub offering unprecedented opportunities for highly topical research relevant to Africa and career advancement of the most promising early career researchers on the continent. The unique intellectual traditions of our campus will have a strong impact on the way our fellows will address their research.”

MIASA also makes numerous tools available for spreading debates and the results of research to a wider public. Another focus of MIASA is the networking of players involved in science and practice. The Policy Fellow format, for instance, enables representatives from political and civil society organizations to visit the research college. Artists are also invited to follow the work of the research groups and create an imaginative and inspirational resonance space.

Background information

With the international research colleges of the Maria Sibylla Merian centers, the Federal Ministry for Education and Research aims to promote the internationalization of humanities, cultural and social sciences in Germany through close bilateral and multilateral cooperation projects at sites outside Germany. In regions and partner countries in Asia, Latin America and Africa that are important to academic and science policy, colleges are being created where a group of researchers from Germany and the host country will work jointly on humanities and social science issues and regularly invite fellows. The colleges are being set up and run in partner with German scientific institutions.

The main partners in this research cooperation are the University of Ghana and the University of Freiburg with FRIAS and ABI. In addition, the University of Frankfurt with the Centre for Interdisciplinary African Studies (ZIAF) and the Point Sud network, the German Historical Institute Paris/Max Weber Foundation and the Institute of African Affairs of the German Institute of Global and Area Studies in Hamburg are involved.

Photo: The MIASA Executive Council, in the center: Andreas Mehler, project initiator and ABI director, to his right Abena D. Odoru, Ghanaian director of MIASA

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Zwölf Millionen Euro für internationales Forschungskolleg in Afrika

Wie lassen sich ökologischer Umbau, Demokratie und Frieden in Afrika nachhaltig gestalten? Wie gelingt es, die Stimmen bekannter Meinungsführerinnen und Meinungsführer sowie innovative Ansätze aus Wissenschaft und Praxis auf dem Kontinent hör- und sichtbar zu machen? Diesen Zielen hat sich das „Maria Sibylla Merian Institute for Advanced Studies in Africa“ (MIASA) verschrieben. In den anderthalb Jahren seiner bisherigen Laufzeit hat das internationale Forschungskolleg überzeugt: Nach erfolgreicher Begutachtung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startet das MIASA ab September 2020 in die Hauptphase. Das BMBF unterstützt die Einrichtung mit insgesamt knapp zwölf Millionen Euro für die nächsten sechs Jahre.

„Es gehört zu unserem Selbstverständnis als Universität, Brücken für den weltweiten Wissensaustausch zu bauen und damit unserer Verantwortung für politische, gesellschaftliche und kulturelle Herausforderungen gerecht zu werden“, sagt Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, Rektor der Universität Freiburg. Federführend bei Aufbau und Koordination des Instituts an der University of Ghana ist die Albert-Ludwigs-Universität mit dem Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) und dem Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI).

„Das MIASA ist ein Ankerpunkt für Forscherinnen und Forscher aus Deutschland, Afrika und der ganzen Welt, die dort zum Thema ‚nachhaltige Governance‘ arbeiten. Wir wollen einen bedeutenden Beitrag zum Abbau globaler Wissensasymmetrien leisten“, sagt Prof. Dr. Andreas Mehler, Direktor des ABI und Initiator des Kollegs. Das MIASA sieht geeignete Formate vor, um die akademische Wissensproduktion globaler zu gestalten, betont Mehler. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen interdisziplinäre Forschergruppen. Bei diesem Format bearbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt gemeinsam ein fokussiertes Thema, etwa „Migrationsnarrative“ oder „Funktionsweisen afrikanischer Parlamente“. Die Ergebnisse werden bei internationalen Konferenzen vorgestellt und veröffentlicht.

Die ghanaische Direktorin des MIASA, Prof. Abena D. Oduro, unterstreicht: „Das MIASA wird zu einem intellektuellen Ankerpunkt, der noch nie dagewesene Möglichkeiten für hochaktuelle Forschung mit Bezug zu Afrika sowie Karrierechancen für die vielversprechendsten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Kontinents bieten wird. Die einzigartigen intellektuellen Traditionen auf unserem Campus werden die Herangehensweise unserer Fellows an ihre Forschung positiv beeinflussen.“

Das MIASA stellt außerdem vielfältige Instrumente zur Verfügung, um Debatten und Forschungsergebnisse in eine breite Öffentlichkeit zu tragen. Einen weiteren Fokus legt MIASA auf die Vernetzung von Akteuren aus der Wissenschaft und Praxis. Das Format des „Policy Fellow“ ermöglicht zum Beispiel Vertreterinnen und Vertretern aus politischen und zivilgesellschaftlichen Organisationen einen Aufenthalt am Forschungskolleg. Ebenfalls werden Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die Arbeit der Forschungsgruppen zu begleiten und einen kreativen und inspirierenden Resonanzraum zu schaffen.

Hintergrundinformationen

Mit den internationalen Forschungskollegs „Maria Sibylla Merian-Zentren“ will das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Internationalisierung der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften in Deutschland durch enge bi- und multilaterale Kooperationsprojekte an Standorten außerhalb Deutschlands voranbringen. In wissenschaftlich und wissenschaftspolitisch wichtigen Regionen und Partnerländern in Asien, Lateinamerika und Afrika entstehen Kollegs, an denen eine Gruppe von Forschenden aus Deutschland und dem Gastland gemeinschaftlich zu geistes- und sozialwissenschaftlichen Themen arbeitet und dazu regelmäßig Fellows einlädt. Die Kollegs werden in Partnerschaften mit deutschen Wissenschaftseinrichtungen aufgebaut und betrieben.

Hauptpartner in dieser Forschungskooperation sind die University of Ghana und die Universität Freiburg mit dem FRIAS und dem ABI. Des Weiteren sind die Universität Frankfurt mit dem Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung und dem Netzwerk Point Sud, das Deutsche Historische Institut Paris/Max Weber Stiftung sowie das Institute of African Affairs des German Institute of Global and Area Studies in Hamburg beteiligt.

Foto: Das MIASA Executive Council, in der Mitte Andreas Mehler, Initiator des Projekts und Direktor des ABI, rechts neben ihm Abena D. Odoru, die ghanaische Direktorin des MIASA