Welfare Regimes and Complex Social Inequalities: Latin America in Perspective

Lateinamerika ist derzeit die einzige Region, in der Einkommensungleichheiten abnehmen, auch wenn es in der Region nach wie vor eklatante soziale Ungleichheit gibt. Dies erklärt sich nicht alleine aus dem mit dem Rohstoffboom verbundenen Wirtschafswachstum, sondern insbesondere aus hohen Sozialausgaben. Die Reduktion der Ungleichheiten besitzt jedoch einen hohen Preis, da ein Großteil der Ausgaben aus neuen Einkommensquellen, insbesondere aus Rohstoffabgaben und -zöllen, finanziert wird, während die schwache und ungerechte Steuerstruktur keine nennenswerten Veränderungen erfuhr.
Das Forschungsprojekt setzt sich mit den Widersprüchen zwischen sozial inklusiver und nachhaltiger Einnahme- und Umverteilungspolitik auseinander und konzentriert sich auf Länder mit progressiven oder linken Regierungen. Es entwickelt einen innovativen Forschungsansatz, indem es den methodologischen Nationalismus der traditionellen ländervergleichenden Wohlfahrtsregimeforschung durch eine globalgeschichtliche Perspektive zu überwinden sucht, die zentrale Argumente des Forschungsprogramms um die verwobene Moderne aufgreift. Dies heißt nicht, dass Nationalstaaten für die Reproduktion und Transformation sozialer Ungleichheiten unwichtig geworden wären, wohl aber, dass eine Container-Sichtweise überwunden werden soll und transnationale und verflochtene Abhängigkeitsstrukturen bei der Ausgestaltung öffentlicher Einnahmen- wie Ausgabenpolitiken in den Blick genommen werden. Eine Publikation ist in Vorbereitung.
Fördernde  Institution: BMBF-Projekt "DesiguALdades.net" der FU Berlin
 

ProjektbearbeiterInnen: 
Externe ProjektbearbeiterInnen: 
Prof. Dr. Barbara Fritz (FU Berlin)
Dauer: 
2014