Über MIASA

Das Maria Sibylla Merian Institute for Advanced Studies in Africa (MIASA) ist ein internationales Forschungskolleg an der Universität Ghana in Legon, Accra. Das Institut fördert die Zusammenarbeit ghanaischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit internationalen Kolleginnen und Kollegen über Disziplinen- und Ländergrenzen hinweg. Um dieses Ziel zu erreichen, vergibt das Forschungskolleg Stipendien für Nachwuchsforscherinnen und -forscher sowie für etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in der Projektvorphase von 2018 bis 2020 zu dem übergeordneten Thema Sustainable Governance arbeiten. Governance definieren wir als das Zusammenspiel von informellen und formalen Regeln zur Steuerung öffentlicher Angelegenheiten, eingebettet in soziale, materielle und kulturelle Praktiken des täglichen Lebens. Die drei Forschungsschwerpunkte von MIASA unter dem Hauptthema Sustainable Governance sind: Nachhaltigkeitstransformation, nachhaltiges Konfliktmanagement und nachhaltige Demokratie.

MIASA setzt sich für den Abbau globaler Asymmetrien in der Wissensproduktion und eine stärkere Zusammenarbeit von Forschenden aus dem anglophonen und dem frankophonen Afrika ein. Das vorangestellte Ziel von MIASA ist, die weltweite Sichtbarkeit der geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Subsahara-Afrika zu erhöhen.

Das Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI) ist gemeinsam mit fünf weiteren Konsortialpartnern aus Deutschland und Frankreich

sowie weiteren Partnern aus Accra (u.a. Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre - KAIPTC und The Ghana Center for Democratic Development - CDD-Ghana) und einem Partner in Dakar/Senegal (Centre de Recherches sur les Politiques Sociales - CREPOS), der gleichzeitig als zweiter Standort von MIASA dient, am Aufbau des Forschungskollegs auf dem Campus der Universität Ghana in Legon, Accra beteiligt.

Andreas Mehler, Direktor des Arnold-Bergstraesser-Instituts, ist Vorsitzender des Exekutivrats von MIASA und Initiator des Projekts. Das ABI mit seiner Fach- und Länder-Expertise begleitet MIASA demnach bei der Entwicklung und Ausgestaltung des Forschungsprogramms sowie bei der Identifikation einer Vielzahl von Akteuren aus Wissenschaft und Gesellschaft, die im Netzwerk MIASA tätig sind bzw. sein werden. Das ABI ist darüber hinaus Gastgeber der im Rahmen von MIASA anreisenden Delegationen aus Afrika. Interview mit Andreas Mehler zu MIASA

Der afrikanisch-europäische Wissenschaftsaustausch von MIASA - als viertes Maria Sibylla Merian Centre for Advanced Studies - wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert, während die Personal-, Verwaltungs- und Betriebskosten vor Ort von der Universität Ghana getragen werden.

Weitere Informationen über MIASA finden Sie unter: https://www.ug.edu.gh/mias-africa/

Parallel zu MIASA wird derzeit ein Afrika-Zentrum für Transregionale Forschung an der Universität Freiburg etabliert. Das Zentrum ist Gastgeber für afrikanische ForscherInnen, die aus eigenem Erkenntnisinteresse und damit thematisch offen ihre Forschungsagenda setzen. Dabei findet im Sinne des neuen Ansatzes eines reziproken Forschens ihre Datenerhebung in Europa statt, um globale und transregionale Phänomene bzw. Herausforderungen aus afrikanischer Perspektive mit Blick auf europäische Empirie zu erforschen. Die Forschungsergebnisse werden von ihnen in Europa präsentiert und open access veröffentlicht, um einer exkludierenden, oft eurozentrischen Wissensproduktion und -verbreitung entgegenzuwirken. Das Afrika-Zentrum plant in diesem Zusammenhang für die kommenden Jahre mehrere international sichtbare Fachkonferenzen und themenspezialisierte kleinere Veranstaltungen in Freiburg und Stuttgart.

Außerdem zielt das Afrika-Zentrum darauf ab, ein differenziertes Bild afrikanischer Wirklichkeit in die breite Öffentlichkeit, die Stadtgesellschaft Freiburg und darüber hinaus, zu etablieren, bspw. im Rahmen der Freiburger Afrikagespräche, die im Juni 2019 in Zusammenarbeit mit dem Colloquium Politicum gestartet sind und der Afrika Filmreihe in Zusammenarbeit mit dem akademischen Filmclub.

Annika Hampel ist Ansprechpartnern für das im Aufbau befindliche Afrika-Zentrum.