Freiburger Afrikagespräch im Colloquium politicum
2025 jährt sich zum 140. Mal die Berliner Konferenz, die für den „Wettlauf um Afrika“ von entscheidender Bedeutung war. Einigen Kommentator*innen zufolge erlebt der Kontinent derzeit einen „neuen Wettlauf“ zwischen externen Akteuren, die um geopolitischen und geoökonomischen Einfluss in ganz Afrika konkurrieren. Die sich intensivierenden Beziehungen Afrikas zu Staaten wie China, Indien und der Türkei haben in den letzten Jahren geostrategische Reaktionen in westlichen Hauptstädten ausgelöst.
Die Europäische Union hat Afrika zu einer Prioritätsregion innerhalb ihrer Global-Gateway-Initiative gemacht, um dem chinesischen Einfluss entgegenzuwirken und sich den Zugang zu kritischen Mineralien und grüner Energie zu sichern. Unterdessen hat die zweite Trump-Regierung ihr Hilfsbudget gekürzt und konzentriert sich nun auf Investitionen in ganz Afrika, die ausschließlich den nationalen Interessen der USA dienen. Wissenschaftler*innen und Analyst*innen haben jedoch auch betont, dass die Diversifizierung der Außenbeziehungen des Kontinents die Handlungsfähigkeit Afrikas in der globalen Governance gestärkt und eine aktive (Neu-)Positionierung der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Akteure Afrikas ermöglicht hat.
In dieser Ausgabe der Freiburger Afrikagespräche werden Dr. Nneka Okechukwu und Dr. Tim Zajontz die Auswirkungen dieses sich wandelnden geostrategischen Kontexts auf die Außenbeziehungen Afrikas und die Rolle des Kontinents in der globalen Governance untersuchen. Trotz der Handlungsfähigkeit und aktiven geopolitischen Positionierung afrikanischer Akteure erkennen unsere Gäste neue und seit langem bestehende strukturelle Zwänge und reflektieren über konkrete (geo-)wirtschaftliche, politische und normative Auswirkungen geopolitischer Auseinandersetzungen in ganz Afrika.
Über die Referent*innen
Dr. Nneka Okechukwu ist freie Wissenschaftlerin und Beraterin für internationales Recht und Verfassungsrecht mit den Schwerpunkten Rechtsstaatlichkeit, Zugang zur Justiz und Beziehungen zwischen Afrika und der EU. Zuletzt war sie Senior Human Rights Research Consortium Fellow am Freiburg Institute for Advanced Studies.
Dr. Tim Zajontz ist Interimsprofessor für Internationale Beziehungen an der Universität Freiburg, Forschungsstipendiat am Centre for International and Comparative Politics der Stellenbosch University (Südafrika) und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Second Cold War Observatory.
Moderation:
Prof. Dr. Andreas Mehler, Direktor des Africa Centre for Transregional Research (ACT) und des Arnold-Bergstraesser-Instituts; Professor für Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik an der Universität Freiburg.
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg und dem Africa Centre for Transre-gioal Research (ACT)