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ALMA-Vortragsreihe: Is This New? Unmasking ‘Uncertainty’ and Rising Fascism through Knowledge and Wordings from the Americas

Portrait von María Cárdenas

Vortrag 1/4 der ALMA-Vortragsreihe 2026 - María Cárdenas über Perspektiven aus den Amerikas 

 

María Cárdenas ist Wissenschaftlerin und Dozentin an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt sowie assoziierte Wissenschaftlerin am Peace Research Institute Frankfurt. Seit 2017 arbeitet sie eng mit verschiedenen indigenen und afrokolumbianischen Organisationen in Kolumbien zusammen und begleitet diese in ihrem Engagement für die Dekolonialisierung des Friedens- und Staatsaufbaus. Darüber hinaus war sie als Beraterin für kontextsensitives Friedenskonsolidierung in Osttimor, Kolumbien und Deutschland tätig.

Abstract

Angesichts zahlreicher, sich beschleunigender, vom Menschen verursachter Krisen und der drohenden Eskalation von Gewalt auf lokaler und globaler Ebene werden die aktuellen politischen und akademischen Debatten im Globalen Norden von dem empfundenen Bedürfnis dominiert, „Unsicherheit“ im Rahmen eines fatalistischen und auf das Überleben ausgerichteten Szenarios zu begreifen – was Faschismus und Autoritarismus weiter begünstigt.

Der Vortrag hinterfragt dieses allgegenwärtige pessimistische Panorama. Im Gegensatz zu den fatalistischen und auf das bloße Überleben ausgerichteten Perspektiven im Globalen Norden praktizieren afrolatinx-, indigene und interdisziplinäre Bewegungen in den Amerikas seit langem eine relationale sowie kollektive Lebensgestaltung („Pervivencia“, dt. Fortbestehen) und widersetzen sich damit der Politik des Todes. In vielen Fällen sind indigene Gemeinschaften auch Teil des Staates geworden und haben so die Strukturen destabilisiert, die einen extraktivistischen und ausbeuterischen rassistischen Kapitalismus ermöglichen.

Die Dynamiken im Globalen Norden werden in einen breiteren Kontext eingebettet, d. h. in
a) die Anerkennung jahrzehntelanger rassismuskritischer, antikolonialer und dekolonialer Forschung und Praxis
b) die Etablierung der Pluriversalität sowohl als akademisches Konzept als auch als empirische Realität 
c) die Unhaltbarkeit und die zunehmende Bedrohung durch den extraktivistischen rassistischen Kapitalismus für ehemals privilegierte Bevölkerungsgruppen und Gebiete.

Dadurch wird klar, dass die aktuellen „Unsicherheiten“ im Globalen Norden nicht so sehr Zeichen für das Fehlen adäquater Antworten auf die Krisen sind, sondern vielmehr ein Ausdruck dessen, was rassismuskritische Wissenschaftler*innen als „weiße Ignoranz“ oder als Bestrebungen der Weißen (Siedler) nach Unschuld bezeichnet haben. 

Der Vortrag stützt sich auf anti- und dekoloniale Denkansätze aus den Amerikas und nutzt eine Perspektive des „langen Gedächtnisses“, die koloniale Kontinuitäten im Blick behält. Er regt dazu an, die aktuellen Entwicklungen im Globalen Norden als Versuch zu betrachten, den extraktivistischen, rassistischen Kapitalismus aufrechtzuerhalten, auch wenn dieser sich nun dem „Selbst“ zuwendet.

 

Registrierung für Online-Teilnahme

Der Vortrag wird hybrid stattfinden. Eine Online-Teilnahme auf Zoom ist möglich. Bitte registrieren Sie sich über diesen Link: https://us02web.zoom.us/meeting/register/QAsBIZitTMijYpSqDhqV1Q 

 

Die ALMA (Africa, Latin America, Middle East and Asia) Lecture Series ist eine Vortragsreihe, die vom Arnold-Bergstraesser-Institut in Kooperation mit dem Colloquium Politicum der Universität Freiburg organisiert wird. Sie thematisiert theoretische, empirische und methodologische Fragen aus Perspektiven des Globalen Südens heraus. Dieses Jahr wird die Reihe in Kooperation mit der De/Coloniality Now Initiative der Universität Freiburg veranstaltet. Diese multidisziplinäre Initiative verfolgt das Ziel, den Einfluss der Kolonialität auf die heutige Welt und darauf, wie Menschen und Institutionen in allen Regionen der Welt, auch in unserer, das koloniale Erbe erinnern, aufrechterhalten, oder Widerstand leisten, zu verstehen. 

Alle ALMA-Vorträge 2026

Wer?María Cárdenas
Wo?Universität Freiburg, KG I, HS 1098
Wann?