Direkt zum Inhalt

ALMA-Vortragsreihe: Reparations Beyond the Human? Rethinking (Post)Conflict Repair and Justice in the Bangsamoro, Philippines

Portrait von Rosa Cordillera A. Castillo

Vortrag 2/4 der ALMA-Vortragsreihe 2026 - Rosa Cordillera A. Castillo über Perspektiven von den Philippinen

+++++++++++++++ Achtung, der Vortrag beginnt bereits um 18.30 Uhr, nicht wie ursprünglich angekündigt um 20 Uhr ++++++++++++++++++++++++

 

Rosa Cordillera A. Castillo ist Anthropologin und Kuratorin, derzeit ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Gesundheits- und Sozialwissenschaften der University of South Africa tätig. In ihrer Arbeit setzt sie sich mit Friedens- und (Post-)Konfliktdynamiken, Kämpfen um Selbstbestimmung sowie Praktiken des Widerstands und der Solidarität auseinander, wobei sie dekoloniale und ethisch engagierte Ansätze verfolgt. Sie hat zahlreiche Werke zu diesen Themen veröffentlicht, darunter als Mitherausgeberin des Buches „Thinking with the South: Reframing Research Collaboration Amid Decolonial Imperatives and Challenges“ (2023, DeGruyter) und der Doppel-Sonderausgabe „Negotiating Research Ethics in Volatile Contexts“ (2022 und 2023, International Quarterly for Asian Studies). Sie hatte Gastprofessuren an der Freien Universität Berlin, der Universität Bremen, der Humboldt-Universität zu Berlin, wo sie das Programm für Philippinistik aufbaute, sowie an der University of the Philippines inne. 

 

Abstract

Im Rahmen der Übergangsjustiz wurde der Zusammenhang zwischen ökologischen und nicht-menschlichen Belangen sowie (post-)konfliktuellen Dynamiken in Prozessen der Versöhnung, Wiedergutmachung und Gerechtigkeit bislang weitgehend außer Acht gelassen. Vorherrschende Konzepte, die sich zur Bewältigung historischer Ungerechtigkeiten und Schäden vor allem auf die Menschenrechte konzentrieren, neigen dazu, menschliche Belange von denen der Umwelt und der nicht-menschlichen Welt zu trennen.

Das aufkommende Fachgebiet der ökozentrischen Übergangsjustiz, dessen Grundlagen sowohl in nicht-eurozentrischen Rechtsrahmen als auch in indigenen Erkenntnistheorien und Ontologien liegen, stellt diese Trennung in Frage. Es betont die gegenseitige Abhängigkeit und die nicht-hierarchische Verflechtung der menschlichen und der nicht-menschlichen Welt. Beide werden als unverzichtbar für eine nachhaltige Friedensförderung angesehen.

In diesem Vortrag nutzt Rosa Cordillera A. Castillo den ökozentrischen Ansatz zusammen mit den Erkenntnissen der Anthropologie der Übergangsjustiz, um den Zusammenhang zwischen Umwelt, (Post-)Konflikt und Übergangsjustiz in der Autonomen Region Bangsamoro im muslimischen Mindanao zu beleuchten. Die Region, die gerade sechs Jahrzehnte des Konflikts hinter sich hat, leistet Pionierarbeit bei dem ersten Übergangsjustizprozess auf den Philippinen, an dem Muslime, nicht-moro-indigene Völker, christliche Siedler und die philippinische Regierung beteiligt sind.

Vor diesem Hintergrund untersucht Rosa Cordillera A. Castillo die vielfältigen Konzepte und Praktiken von Wahrheit, Wahrheitsfindung, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung unter historisch verfeindeten Gruppen in der Region und analysiert, wie ökologische und nicht-menschliche Schäden und Belange im Übergangsjustizprozess der BARMM sowie in (Post-)Konflikt-, Umwelt- und Wirtschaftsentwicklungsplänen thematisiert und behandelt werden. Schließlich reflektiert Rosa Cordillera A. Castillo über die Möglichkeiten und Grenzen bestehender Rechtsinstrumente und des ökozentrischen Ansatzes, um Wiedergutmachungsmaßnahmen neu zu konzipieren, die das gesamte Spektrum der durch den Konflikt verursachten Schäden abdecken.

 

Registrierung für Online-Teilnahme

Der Vortrag wird hybrid stattfinden. Eine Online-Teilnahme auf Zoom ist möglich. Bitte registrieren Sie sich über diesen Link: https://us02web.zoom.us/meeting/register/r1r1p7e7QYK_krLPtLP5LQ 

 

Die ALMA (Africa, Latin America, Middle East and Asia) Lecture Series ist eine Vortragsreihe, die vom Arnold-Bergstraesser-Institut in Kooperation mit dem Colloquium Politicum der Universität Freiburg organisiert wird. Sie thematisiert theoretische, empirische und methodologische Fragen aus Perspektiven des Globalen Südens heraus. Dieses Jahr wird die Reihe in Kooperation mit der De/Coloniality Now Initiative der Universität Freiburg veranstaltet. Diese multidisziplinäre Initiative verfolgt das Ziel, den Einfluss der Kolonialität auf die heutige Welt und darauf, wie Menschen und Institutionen in allen Regionen der Welt, auch in unserer, das koloniale Erbe erinnern, aufrechterhalten, oder Widerstand leisten, zu verstehen. 

Alle ALMA-Vorträge 2026

Wer?Rosa Cordillera A. Castillo
Wo?Universität Freiburg, KG I, HS 1098
Wann?