Direkt zum Inhalt

ALMA-Vortragsreihe: Whose World? Whose Rules? African Agency in a World Remade

Portrait von Toni Haastrup

Vortrag 3/4 der ALMA-Vortragsreihe 2026 -  Toni Haastrup zu afrikanischer Agency

 

Toni Haastrup ist Professorin am Lehrstuhl für Global Politics an der Universität in Manchester. Sie promovierte an der Universität in Edinburgh. Ihre aktuelle Forschung dreht sich um vielerlei Themen, mit spezifischen Interessen in den internationalen Beziehungen Afrikas und kritischen feministischen Ansätzen für das Feld der internationalen Beziehungen.

Abstract

Mit Blick auf die Forschung zu Afrikas internationalen Beziehungen, die Women, Peace and Security (WPS) Agenda und die Beziehungen zwischen Afrika und der EU argumentiert Toni Haastrup, dass afrikanische Agency aktuell weder eine passive Anpassung, noch simpler Trotz ist. Sie ist komplexer: eine strategische, umkämpfte, und vor allem häufig vergeschlechtlichte Aushandlung in einer multipolaren Welt, die immer noch von einer Logik des Extraktivismus geprägt ist.

Toni Haastrups Vortrag bezieht sich auf drei ineinander greifende Argumente: (1) Multipolarität bietet afrikanischen Staaten zwar neue Einflussmöglichkeiten, doch dieser Einfluss alleine bedeutet noch keine Handlungsfähigkeit; für tatsächliche Handlungsfähigkeit bedarf es der Möglichkeit, Bedingungen zu stellen und nicht nur verschiedene Akteure gegeneinander auszuspielen. (2) Heute auf dem Kontinent gängige Reaktionen auf Unsicherheit – von Militärputschen bis hin zu sicherheitsorientierten Partnerschaften mit ausländischen Mächten – reproduzieren koloniale Strukturen eher, als dass sie sie aufbrächen. Das macht eine Entmilitarisierung zu einem zentralen pan-afrikanischen Anliegen. (3) Tatsächliche afrikanische Handlungsmacht kann nicht auf patriarchalen Strukturen gebaut werden. Ein feministischer Pan-Afrikanismus, der Solidarität, Fürsorge, sowie das Wissen und die Arbeit derjenigen, die über die längste Zeit von staatlich orientierter Politik ausgeschlossen wurden, in den Mittelpunkt stellt, ist eine notwendige Voraussetzung für afrikanische Souveränität.

Toni Haastrup stellt die Frage: Was bedeutet es, wenn man afrikanische Handlungsmacht in der Praxis ernst nimmt – in regionalen Institutionen, in politischen Rahmenbedingungen, und auch im Kontakt mit anderen Akteuren? Ihr Fazit: Von allen politischen Visionen, die aktuell auf dem Kontinent entstehen, haben feministische Bewegungen das größte Potential für Transformation.

 

Registrierung für Online-Teilnahme

Der Vortrag wird hybrid stattfinden. Eine Online-Teilnahme auf Zoom ist möglich. Bitte registrieren Sie sich über diesen Link: https://us02web.zoom.us/meeting/register/BP43h7-0T7G3zbd7CXRFrQ 

 

Die ALMA (Africa, Latin America, Middle East and Asia) Lecture Series ist eine Vortragsreihe, die vom Arnold-Bergstraesser-Institut in Kooperation mit dem Colloquium Politicum der Universität Freiburg organisiert wird. Sie thematisiert theoretische, empirische und methodologische Fragen aus Perspektiven des Globalen Südens heraus. Dieses Jahr wird die Reihe in Kooperation mit der De/Coloniality Now Initiative der Universität Freiburg veranstaltet. Diese multidisziplinäre Initiative verfolgt das Ziel, den Einfluss der Kolonialität auf die heutige Welt und darauf, wie Menschen und Institutionen in allen Regionen der Welt, auch in unserer, das koloniale Erbe erinnern, aufrechterhalten, oder Widerstand leisten, zu verstehen. 

Alle ALMA-Vorträge 2026

Wer?Toni Haastrup
Wo?Universität Freiburg, KG I, HS 1098
Wann?