Vortrag an der Universität Freiburg
organisiert durch die Projekte „Postcolonial Hierarchies“ & „Renewable Energies - Renewed Authoritarianism“, gemeinsam mit der Young Academy for Sustainability Research und dem Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS).
Prof. Munira Khayyat spricht zu „life-as-resistance“ (Leben als Widerstand) im Südlibanon inmitten immer wiederkehrender Phasen katastrophaler Kriege und einer anhaltenden Besatzung, welche eine systematische Zerstörung im Grenzgebiet vorantreibt. Sie untersucht, wie die fest verwurzelten Gemeinschaften der systematischen Vernichtung und der Besatzung trotzen, insbesondere durch rebellische Akte der Rückkehr und dem Wiederaufbau. In ihrem Vortrag diskutiert sie, was es bedeutet, Fragen der ökologischen Nachhaltigkeit vor dem Hintergrund der großflächigen Zerstörung der ökologischen Lebensgrundlagen im Libanon sowie in der gesamten Region zu untersuchen, insbesondere auch in Palästina – mit Massenmorden und massiven Vertreibungen, systematischer Rodung von Bäumen und der Zerstörung von landwirtschaftlichen Nutzflächen. Zudem hat das israelische Militär gesamte Landstriche im Libanon zu Sperrzonen erklärt und Dutzende Dörfer zerstört.
Der Vortrag beleuchtet die epistemische Grundlage, auf welcher ökozidale und genozidale Politik ruht, und hebt hervor, dass die Zerstörung menschlichen Lebens und der Erde miteinander verwoben ist. Prof. Munira Khayyat wirft breitere Fragen darüber auf, wie Krieg und Zerstörung historisch und materiell mit anderen, weit entfernten und scheinbar friedlichen Regionen verbunden sind. Inwiefern können wissenschaftliche Diskussionen über Genozid und Ökozid zu aktuellen Debatten über Energie, Nachhaltigkeit und den Klimawandel beitragen? Wie können unterschiedliche Erfahrungen des Widerstands zur Gestaltung neuer Wege nutzbar sein? Diese Fragen erfordern wissenschaftliche Aufmerksamkeit, insbesondere in einer Zeit, in der verschiedene Strömungen des Autoritarismus mit einem wieder aufkommenden Streben nach Imperialismus und Kolonialismus zusammenkommen und die Möglichkeiten des Lebens sowie die Politik des Todes ungleich beeinflussen.
Die Veranstaltung wird von Benjamin Schütze (Arnold-Bergstraesser-Institut) moderiert. Mehr Informationen sind auf der Webseite von FRIAS verfügbar.