Diese öffentliche Vorlesung untersucht die Faktoren, die das Verhalten des Militärs und der Polizei während der drei von gewaltlosen Bewegungen ausgelösten Zusammenbrüche der Präsidentschaft in Ecuador - 1997, 2000 und 2005 - beeinflusst haben. Es werden institutionelle, politische und soziale Dynamiken analysiert, die die Entscheidungen der staatlichen Kräfte beeinflusst haben, einschließlich historischer Veränderungen in der Militärdoktrin, der Beziehungen zwischen der Regierung und den Sicherheitskräften und der geringen sozialen und ethnischen Distanz zwischen Sicherheitspersonal und den Demonstrierenden. Auch externe Einflüsse, insbesondere die Rolle der US-Regierung, werden untersucht. Anhand von Interviews, Medienberichten und offiziellen Dokumenten wird aufgezeigt, warum die Repression begrenzt war und warum es zu Überläufen kam. Die Ergebnisse liefern theoretische und praktische Beiträge zur Erforschung des zivilen Widerstands und bekräftigen die Wirksamkeit gewaltfreier Strategien in demokratischen Krisensituationen. Dieser Fall lädt zu einer vergleichenden Analyse darüber ein, wie Sicherheitskräfte auf unbewaffnete Mobilisierungen reagieren und wie gesellschaftliche Bindungen und strategische Disziplin die Ergebnisse politischen Wandels beeinflussen.
María Belén Garrido hat an der Katholischen Universität Eichstätt/Ingolstadt promoviert, ist Gastprofessorin und Mitglied der Forschungsgruppe für Frieden und Konflikt bei FLACSO, Ecuador, und Leiterin des Bereichs für kontextuelle Erfahrungen der Gewaltfreiheit am Katholischen Institut für Gewaltfreiheit. Sie hat mehrere Arbeiten zu zivilen Widerstandsbewegungen im Kontext von bewaffneten Konflikten und hybriden Demokratien veröffentlicht. María Belén Garrido hat Ausbildungsprogramme in verschiedenen Bereichen wie gewaltfreie Kommunikation, Konfliktlösung und zivile Widerstandsaktionen geleitet.
Registrierung zur Online-Teilnahme:
https://uni-freiburg.zoom-x.de/meeting/register/fjWLg_4rRzeoQ4Bw3on5Qg
Diese Veranstaltung ist Teil des Masterseminars "Urban Politics in Latin America: A comparative approach to state power and popular resistance" an der Universität Freiburg, doziert von Fabricio Rodríguez, wissenschaftlicher Mitarbeiter am ABI.