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ACT beteiligt sich aktiv an der Namibia-Initiative des Landes Baden-Württemberg. Die Initiative zielt darauf ab, mehrere wissenschaftliche und kulturelle Kooperationsprojekte zwischen namibischen und baden-württembergischen Partnern zu etablieren.  

„Es wird niemand ärmer, sondern alle reicher“, so Ministerin Theresia Bauer, als im Frühjahr 2019 die Familienbibel und die Peitsche des Nama-Anführers Hendrik Witbooi aus dem Linden-Museum in Namibia zurückgegeben wurden. Auch in der aktuellen Restitutionsdebatte, nicht nur in Baden-Württemberg, sondern in ganz Europa und auf dem afrikanischen Kontinent, geht es darum, gegenwärtige Partnerschaft so zu gestalten, dass die Aufarbeitung der gemeinsamen kolonialen Vergangenheit bzw. Geschichte in eine tragbare Zukunft führt – für beide Seiten. Gerade an dieser ersten Restitution von Kulturgütern des Landes Baden-Württemberg ist deutlich geworden, wie überaus voraussetzungsvoll Austausch und Dialog mit Partnern aus dem ‚Globalen Süden‘ sein können, insbesondere unter Berücksichtigung historischer Verflechtungen und dem Bestreben, sich damit auseinanderzusetzen. Letztendlich geht es darum, ethisch-moralische Verantwortung in unseren internationalen Beziehungen bestmöglich zu übernehmen. Dafür steht die Namibia-Initiative des Landes Baden-Württemberg. Sie zielt darauf ab, mehrere wissenschaftliche und kulturelle Kooperationsprojekte zwischen namibischen und baden-württembergischen Partnern zu etablieren. Dieses Vorhaben ist gegenwärtig mit 1,25 Millionen Euro hinterlegt. Das ethnologische Institut an der Universität Freiburg unter Federführung von Professor Dobler plant in diesem Rahmen gemeinsam mit dem soziologischen Institut an der Universität von Namibia einen Austausch zwischen Studierenden über koloniale und postkoloniale Wissenschaft. Des Weiteren ist die Universität Freiburg in Kooperation mit der PH Freiburg (Prof. Dr. Susanne Kuss) daran beteiligt, für das Land Baden-Württemberg im Jahr 2022 eine Namibia-Konferenz in Freiburg zu entwickeln und auszurichten.

ACT beteiligt sich an der Debatte um Raubkunst & Restitution: Europas koloniales Erbe in Afrika

Wie sollte Europa mit seiner kolonialen Vergangenheit in Afrika umgehen? Seit dem „Bericht zur Restitution des afrikanischen Kulturerbes“ der Wissenschaftler Felwine Sarr und Bénédicte Savoy an Präsident Macron hat sich die Debatte um afrikanisches Kulturgut in europäischen Museen neu entzündet: Ist das meiste davon nicht Raubkunst, die zurückgegeben werden muss? Europäische Museen besitzen unzählige Objekte aus Afrika, erbeutet von den Kolonialherren. Jetzt wird viel über deren Rückgabe diskutiert. Doch geht es um mehr: um Gerechtigkeit für die, denen Unrecht angetan wurde – ein Diskurs über Entschuldigungen und Entschädigungen. Dabei ist die bisherige Debatte immer noch von der eurozentrischen Perspektive geprägt, von Unkenntnis über die afrikanische Museumslandschaft oder die lokale Bedeutung der Artefakte, auch von Euphemismen wie „gemeinsames Erbe“. Wie lässt sich afrikanische Expertise konsequent in die Verhandlungen einbeziehen? Welche Chancen bieten gemeinsame Forschungsarbeit und Museumskooperationen, um den jahrzehntelangen Stillstand in der Debatte zu überwinden? Und wie können die Wissenschaften ihren Vermittlungsauftrag angehen und die Debatte „aus den Museen befreien“?

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