Forschung | Flucht und Migration

Vertreibung und Flucht zählen zu den größten sozialen, politischen und ökonomischen Herausforderungen unserer Zeit. Der Flüchtlingsrat der Vereinten Nationen geht aktuell von 60 Millionen Menschen aus, die vor Krieg, politischer Unterdrückung und den Folgen des Klimawandels fliehen. Die meisten bleiben, insbesondere als Binnenflüchtlinge, im Globalen Süden - im Gegensatz zur öffentlichen Wahrnehmung - und gelangen nie nach Europa oder Nordamerika. Zudem wird Fluchtmigration zu vereinfachend dargestellt und übersieht die eigenen Handlungsmöglichkeiten von Geflüchteten. Wegen der vielschichtigen Motivationen für Migration ist die Unterscheidung zwischen Flucht und sogenannter irregulärer Migration analytisch unscharf. Die Beweggründe für eine Bewegung von A nach B (und zurück) sind eingebettet in und beeinflusst von lokalen, nationalen, regionalen und internationalen Zusammenhängen, Institutionen, sozialen Netzwerken und Technologien.

Dieses Cluster beschäftigt sich mit verschiedenen Formen, Ursachen und Konsequenzen von Fluchtmigration in spezifischen Kontexten. Ein Hauptziel ist es, (Zwangs-)Migrationsmuster im Globalen Süden auf verschiedenen Abstraktionsebenen zu verstehen. Auf der Makroebene untersuchen Cluster Mitglieder die soziopolitischen Kontexte von Migrations-Governance von Ländern, die besonders von Migrationsbewegungen betroffen sind. Auf einer Mesoebene wird die Beziehung zwischen Migration und Konflikt, inklusive Konflikten um natürliche Ressourcen, veranschaulicht. Mittels der Mikroperspektive werden die Motivationen und Wahrnehmungen von Migrant*innen in bestimmten Bewegungskontexten erforscht. Schließlich beschäftigt sich die Forschung im Cluster mit der Systematisierung von Migrationsmustern. Ein Beispiel hierfür ist die Bestimmung des Maßes an Freiwilligkeit in der Rückkehr in die Herkunftsländer.

 

Projekte

Die Politik von Migrationsgovernance in Gambia (ABI Pilot Studie)

Institutionalisation and Agency in Return Migration: Political Concepts and Migrants’ Realities in the case of returning Gambians (Arbeitstitel Dissertation Judith Altrogge)

Climate Change and Urban Political Violence (Arbeitstitel Dissertation Erik Plänitz)

Violence against male refugees – patterns, factors and consequences for individuals and communities (Arbeitstitel Dissertation Cita Wetterich)

 

Medienbeiträge & Policy Outreach

We should create more legal migration - drei Zeitungsartikel

Nach dem Regierungswechsel in Gambia paart sich nun Hoffnung mit Ungeduld - Zeitungsartikel

Europe's migration "partnerships" with Africa need a new direction in 2017 - Blogeintrag

Flüchtlingskrise in Afrika. Das größte Flüchtlingslager der Welt in Kenia soll geschlossen werden - Zeitungsartikel

Why European Migration Policies on Africa need a Change of Direction - policy brief

 

Cluster Workshops & Aktivitäten

FREINEM Workshop, „Selbstreflexion: Ethische Verantwortung und Öffentlichkeitswirksamkeit in der Migrationsforschung“, 12th June 2017

7th European Conference on African Studies ECAS 2017
- Paper: “The Politics of EU-AU Migration Management: From Rhetoric to Practice” in Creating Common Understanding - EU-Africa Responses to Urban Challenges
- Panel: “The Role of Networks in Rural-Urban-Transnational Encounters: The Mobility of People, Ideas and Spaces

Transregional Migration, Mobility and Forced Displacement: Moving Beyond Methodological Nationalism; Annual Conference of CrossArea Verein, 9 -10th November

Armed Conflict in Africa: Legal and Political Measures for Protecting Displaced People and Preventing Forced Migration; 44th African Law Association Annual Conference, 10th -11th November 2017