Migration in Gambia: ABI-Veranstaltung vor Ort

Wie hat sich die irreguläre Migration aus Gambia in den letzten zwei Jahren seit dem Regimewechsel in Gambia Anfang 2017 verändert und wie hat sich dies auf die politische und administrative Landschaft des Landes ausgewirkt? Diese und weitere Fragen wurden bei einem Vortrag von Judith Altrogge vom Arnold Bergstraesser Institute (ABI) Freiburg am Donnerstag, den 4. Juli, an der University of the Gambia diskutiert.

Die Veranstaltung wurde zusammen mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) organisiert, um erste Ergebnisse eines bervostehendes Berichts über die "Politische Ökonomie der Migrationssteuerung in Gambia" zu präsentieren. Hohes politische Interesse rund um die Frage der Zwangsrückführung steht im Mittelpunkt der Analyse. Ein kürzlich von der gambischen Regierung verhängtes Moratorium für die Rückkehr aus der Europäischen Union im März dieses Jahres und die weitere Vorgehensweise dominieren die politischen Diskussionen im Zusammenhang mit Migrationspolitik im Land.

Zusätzlich zu Altrogges Präsentation wurden durch zwei weitere Spotlight-Präsentationen ergänzende Inputs hinzugefügt. Nyimasata Camara vom Centre for Policy Research and Strategy Studies (CEPRASS), einem universitären Politikzentrum und Partner für Afrobarometer, präsentierte Daten zur gesellschaftlichen Wahrnehmung von Migration in Gambia. Bakary Fadera of Action Aid The Gambia teilte die kritische Sicht der NGOs auf den jüngsten neoliberalen Trend zur Reduzierung der irregulären Migration.

An der Veranstaltung nahmen mehr als 40 Teilnehmer aus der Universität sowie aus Politik und Zivilgesellschaft teil. Im Mittelpunkt der Diskussion standen Fragen zur Steuerung der Rückkehrmigration sowie zu den Auswirkungen und der Nachhaltigkeit aktueller und alternativer Ansätze zur Reduzierung der Migration. Die Studie wird im Rahmen von WAMIG, einem Projekt zur westafrikanischen Migrationssteuerung, mit weiteren Fallstudien in Nigeria, Niger und Senegal durchgeführt. Das Projekt wird von der Mercator Stiftung im Rahmen von MEDAM finanziert.