Im Laufe der Jahre hat unser wachsendes Team wiederholt Fragen im Zusammenhang mit Dekolonialismus, Antirassismus und Wissenschaftsfreiheit diskutiert. Insbesondere Letzteres ist angesichts der zunehmenden Polarisierung von öffentlichen und akademischen Debatten in Deutschland und darüber hinaus zu einem wichtigen und notwendigen Unterfangen geworden.
Mit geringen Abweichungen in Detail und Schwerpunkt, fand das ABI einen breiten Konsens bei vielerlei Themen. Die Diskriminierung von BIPoC und rassifizierten Menschen ist inakzeptabel und unvereinbar mit unserer Arbeit, welche auf dem Grundsatz der Gleichbehandlung beruht. Zudem sehen wir soziale Hierarchien, beispielsweise auf Grund des Geschlechts, als strukturelles Problem an, was innerhalb des Instituts grundsätzlich abgelehnt, sowie adressiert wird. Ziel ist es, globale Wissensasymmetrien abzubauen sowie einen kollegialen, respektvollen und kultursensiblen Ansatz für unsere Arbeit zu fördern. Daher reflektieren wir stetig unsere methodischen Praktiken und pflegen einen regen, kollaborativen und reziproken Austausch mit unseren Forschungskolleg*innen und Partnerinstitutionen.
Darüber hinaus beinhaltet die Förderung dekolonialer Ansätze für uns, Erklärungs- und Interpretationsmodelle jenseits etablierter Theorien und Paradigmen weiterzuentwickeln. Es geht darum, vermeintlich universalistische, aber im Kern eurozentrische Denkweisen zu erkennen und nach Möglichkeit zu revidieren, um die Pluralität und Sichtbarkeit von Stimmen in der Wissensproduktion zu stärken. Zentral bleibt für uns daher eine stetig kritische Reflexion der eigenen Herangehensweise, der eigenen wissenschaftlichen Orientierung, sowie der eigenen Positionalität. All dies baut auf unserem Bekenntnis zu den Prinzipien der Wissenschaftsfreiheit auf, die notwendig ist, um globale Entwicklungen kritisch zu beleuchten und die Ergebnisse unserer Forschung in die öffentliche Debatte einzubringen, ohne aggressive Gegenreaktionen oder Hassrede befürchten zu müssen. Unsere Arbeit bezieht sich auf aktuelle politische Ereignisse mit dem Ziel, neue Perspektiven aufzuzeigen. Als Team bekräftigen wir die Notwendigkeit, das Völkerrecht einzuhalten sowie alle verfügbaren institutionellen Instrumente auszuschöpfen, um eine würdige Regulation und Transformation von Konflikten zu erreichen.
ALMA Reviews Blog
In dieser Blogserie sollen wissenschaftliche Arbeiten aus den Regionen Afrika, Lateinamerika, Naher Osten und Asien (ALMA), die von ABI-Mitarbeiter*innen besonders gern gelesen wurden, diskutiert und hervorgehoben werden. Teil dessen ist die Entschlossenheit, sowohl die Hierarchien in der akademischen Welt des Globalen Nordens in Frage zu stellen als auch gleichberechtigtere Partnerschaften mit unseren Kolleg*innen im Globalen Süden aufzubauen. Mehr dazu.
Literaturlisten
Zu einigen aktuellen politischen Geschehnissen stellen wir akademische Literatur aus unserer Bibliothek zusammen.
- Für die Zusammenhänge und den politischen Kontext in Palästina und Israel (Stand 12/23)
- Zu Bedeutungen, Folgen und geopolitischen Aspekten von Abschiebungen (Stand 02/24)
- Zum Partnerland Baden-Württembergs, Burundi (Stand 12/2024)
- Zur Geschichte und Gegenwart des Sudan (Stand 07/2025)