Migration in Nigeria: ABI-Veranstaltung vor Ort

Am 8. Juli 2019 führte das ABI in Abuja/Nigeria eine Veranstaltung zum Thema "Governing Migration in Nigeria – What is the Real Agenda and Whose Agenda is it?"durch.

In der Veranstaltung wurden die Nigerianischen Migrationsinteressen vorgestellt und diskutiert. Seit 2015 hat Nigeria seine Bemühungen um die Steuerung der Migration weiter intensiviert. Dazu gehören eine nationale Migrationspolitik, ein umfassender Migration-Governance-Rahmen, das Einwanderungsgesetz, die Diaspora-Politik, die Diasporakommission und erweiterte Mandate der Nationalen Kommission für Flüchtlingsmigration und Binnenvertriebene (NCFRMI) und der Nationalen Agentur für das Verbot des Menschenhandels (NAPTIP) sowie andere bestehende politische Richtlinien wie die Arbeitsmigrationspolitik. Trotz dessen steht der Fokus auf Diasporapolitik und nicht irreguläre Migration, wo der europäische Mittepunkt liegt.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine Präsentation der Forschungsergebnisse von Dr. Kwaku Arhin-Sam vom Arnold-Bergstraesser-Institut in Freiburg, der die politischen Dimensionen der Migrationssteuerung in Nigeria erforschte. Ergänzend gab es Vorträge vom deutschen Botschafter in Nigeria, Bernhard Schlagheck, und dem Jugend und Sport Minister Adesola Olusola (Permanent Secretary Youth and Sports Nigeria).

Zusätzlich gab es eine Podiumsdiskussion wo eine Reihe von Fragen animiert diskutiert wurden: Wer bestimmt die Migrationsagenda in Nigeria? Wird (und wann oder aus welchen Gründen) Migration jemals zu einem politischen Thema in Nigeria werden? Was unternimmt die nigerianische Regierung in Bezug auf Auswanderung, Einwanderung und Unterstützung für Vertriebene? Was sind die Interessen der EU und der EU-Mitgliedstaaten, wenn es um die Migrationssteuerung in Nigeria geht? Wie spiegeln sich diese Interessen in den Programmen der EU zur Unterstützung der Migrationssteuerung in Nigeria wider? Wie kann die Zusammenarbeit zwischen der EU und Nigeria im Bereich der Migrationssteuerung in Zukunft sinnvoller und gleichberechtigter werden? Welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft bei der Umsetzung der Migrationsagenda in Nigeria?

Diskussionsteilnehmer waren Omolola S. Olarinde (Elizade Universität), Matthias Esene, Projektverantwortlicher beim International Centre for Migration Policy Development (ICMPD) und Roland Nwoha, Projektkoordinator bei Idia Renaissance. Die Moderation übernahm Amarachi Ubani, News Anchor, Reporter und Moderator bei Channels TV.

An der Veranstaltung nahmen mehr als 50 Teilnehmer aus der Politik und Zivilgesellschaft teil.Die Studie wird im Rahmen von WAMIG, einem Projekt zur westafrikanischen Migrationssteuerung, mit weiteren Fallstudien in Gambia, Niger und Senegal durchgeführt. Das Projekt wird von der Mercator Stiftung im Rahmen von MEDAM finanziert.