Freiburger Afrikagespräche

22. Januar 2020 - 18:30

 

Folgende Veranstaltungen werden im Rahmen der Reihe im Wintersemster 2019/20 stattfinden:

Mittwoch, 8. Januar 2019, 20 Uhr c.t. Podiumsdiskussion: Gambische Migrationspolitik am Scheideweg? Universität Freiburg, KG I, HS 1098

Seit in Gambia im Jahr 2017 der langjährige Diktator Yahya Jammeh überraschend von einer demokratisch orientierten Übergangsregierung abgelöst wurde, intensiviert sich auch in der Migrationspolitik die Zusammenarbeit der EU mit dem kleinen westafrikanischen Land. Im Zentrum stehen dabei ‚Fluchtursachenbekämpfung‘ und die Rückkehr von Migrant*innen, die sich ohne gesicherten Aufenthaltstitel in der EU aufhalten. Zwischen 2014 und 2017 waren die Zahlen gambischer Asylgesuche insbesondere in Italien und Deutschland unter den höchsten. Gleichzeitig haben gambische Staatsbürger*innen, gerade vor dem Hintergrund des Machtwechsels, generell schlechte Aussichten auf Asyl. EU-Mitgliedsstaaten drängen daher auf eine baldige Rückführung vieler Gambier. Nach vorerst vorsichtiger Kooperation hat die gambische Regierung 2019 Abschiebungen aus der EU zeitweise komplett ausgesetzt. Nun scheinen die Fronten verhärtet und es steht zur Frage, welche Möglichkeiten migrationspolitischer Gestaltung unter den gegenwärtigen Bedingungen bestehen.

Diese Frage wird vor dem Hintergrund des Forschungsprojekts „The Political Economy of Migration Governance in West Africa“ diskutiert. Das Projekt, dessen Ergebnisse einleitend vorgestellt werden, beleuchtet die politische Dimension von Migrationsgestaltung und schenkt dafür den Interessen der verschiedenen involvierten Stakeholder besondere Aufmerksamkeit. Der Vortrag und Diskussion erscheint als Teil der Freiburger Afrikagespräche.

Vortrag:

Dr. Franzisca Zanker (ABI)

Podium:

Judith Altrogge (Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien und ABI)

Gerald Knaus (European Stability Initiative)

Yahya Sonko (Gambian Refugees Association – Europe Branch)

Yorck Wurms (ehem. EU Directorate-General for Migration and Home Affairs)

Moderation:

Dr. Stefan Rother (Universität Freiburg und ABI)

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Mittwoch, 22. Januar 2019, 18:30 Uhr: Prof. Dr. Bénédicte Savoy, TU Berlin und Collège de France, Paris: Zurück in die Zukunft. Die Restitution afrikanischer Kulturgüter aus historischer Sicht, Haus zu Lieben Hand, Löwenstraße 16

Man möchte es kaum glauben: Die Debatte um die Restitution afrikanischer Kulturgüter, wie wir sie in Deutschland seit etwa zwei Jahren führen, hat es bereits einmal gegeben, in aller Ausführlichkeit. Das war zwischen 1978 und 1982. Damals standen Restitutionen kurz bevor. Warum diese damaligen Initiativen gescheitert sind, und warum wir heute komplett vergessen haben, dass es die Debatte schon gegeben hat, was es für heute und für die Zukunft bedeutet: das wird Gegenstand des Vortrages sein.

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Folgende Vorträge fanden bisher im Rahmen die Reihe statt:

  • Heidemarie Wieczorek-Zeul (Bundesministerin a.D.): Europa und Afrika: Ein Friedensprojekt auf Grundlage gemeinsamer Interessen und Werte, 6. Juni 2019, Aufzeichnung des Vortrags
  • Prof. Dr. Abena D. Oduro (MIASA, University of Gahna: The gender gap in asset ownership in Ghana, 2. Juli 2019, Aufzeichnung des Vortrags
  • Prof. Dr. André du Pisani, University of Namibia, und Prof. Dr. Reinhart Kößler, Arnold-Bergstraesser-Institut: Namibia and Germany: Problematic heritage and current challenges, 11. November 2019

Die Veranstaltungen finden in Zusammenarbeit mit dem Colloquium politicum der Universität Freiburg statt.

Die FREIBURGER AFRIKAGESPRÄCHE als Vortragsforum des im Aufbau begriffenen Afrika-Zentrum für Transregionale Forschung an der Universität Freiburg zielen darauf ab, ein differenziertes Bild afrikanischer Wirklichkeit in die breite Öffentlichkeit, die Stadtgesellschaft Freiburg und darüber hinaus, zu etablieren. Es werden afrikanische und europäische Expertinnen und Experten aus Politik und Wirtschaft sowie Wissenschaft und Gesellschaft zu ausgewählten Themen und Fragestellungen eingeladen, um in unterschiedlichen Dialogformaten ihre Erkenntnisse der Öffentlichkeit vorzustellen und kontroverse Diskussionsangebote zu machen.

Photo: david-rotimi-LxENUKJXh_k-unsplash

Veranstaltungsort: 
Universität Freiburg