Freiburger Afrikagespräche

11. November 2019 - 20:00

 

Folgende Veranstaltungen werden im Rahmen der Reihe im Wintersemster 2019/20 stattfinden:

Montag, 11. November 2019, 20 Uhr c.t.: Panel Discussion mit Prof. Dr. André du Pisani, University of Namibia, und Prof. Dr. Reinhart Kößler, Arnold-Bergstraesser-Institut: Namibia and Germany: Problematic heritage and current challenges, HS 1199, KG I, Vortragssprache: Englisch

Abstract:

German colonial rule in Namibia (1884–1915) remains a decisive experience for both countries. Current efforts by both governments are controversial particularly in Namibia. An adequate recognition of the genocide against Ovaherero and Nama, which will have to entail material compensation, will not constitute the final achievement of reconciliation, but at best its point of departure. At the same time, the issues of involvement of affected communities in Namibia persists. For Germans it is essential to come to an understanding that they as well live in a postcolonial situation. The colonial past, which is often forgotten, has left deep marks on the violent history of the twentieth century with which we still have to grapple.

Panelists:

Prof. Dr. André du Pisani, Politikwissenschaftler, Universität von Namibia

Prof. Dr. Reinhart Kößler, Entwicklungssoziologe und -theoretiker mit den regionalen Schwerpunkten Südliches Afrika und Osteuropa

Prof. Dr. Andreas Mehler, Politikwissenschaftler, Direktor Arnold-Bergstraesser-Institut

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Donnerstag, 12. Dezember 2019, 20 Uhr c.t.: Prof. Dr. Susanne Kuss, PH Freiburg, Institut für Politik- und Geschichtswissenschaft: Die großen deutschen Kolonialkriege, HS 1199, KG I

Um Ruhe und Ordnung in seinen afrikanischen Kolonien herzustellen, führte das deutsche Kaiserreich zwei „große“ Kolonialkriege: einen in Deutsch-Südwestafrika (1904-07), den anderen in Deutsch-Ostafrika (1905-08). Die militärische Gewalt richtete sich äußerst brutal gegen die einheimische Bevölkerung, doch nur der Krieg in Deutsch-Südwestafrika eskalierte in einen Völkermord. Nachdem der Begriff des Genozids in diesem Kontext schon lange wissenschaftlich benutzt worden ist, wird er seit dem Sommer 2016 auch im Deutschen Bundestag verwendet. Zu den Kriegsereignissen in Afrika zählten nicht nur Schlachten oder Gefechte, Plünderungen und Requisitionen, sondern auch die Verkündung von Proklamationen, die Einrichtung von Gefangenenlagern oder der Ausbruch von Epidemien. Die unterschiedlichen Formen der Kriegführung und Gewaltanwendung in den beiden Kolonialkriegen lassen sich durch eine Rekonstruktion der Abläufe zwar beschreiben, aber nicht ursächlich erklären. Für das Ausmaß militärischer Gewalt waren nicht nur Rassismus, Nationalismus und Militärkultur entscheidend, sondern auch die jeweiligen Bedingungen vor Ort. In diesem Vortrag sollen die Gründe für die unterschiedliche Art der Gewaltanwendung in den beiden „großen“ Kolonialkriegen analysiert werden.

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Mittwoch, 22. Januar 2019, 18:30 Uhr: Prof. Dr. Bénédicte Savoy, TU Berlin und Collège de France, Paris: Zurück in die Zukunft. Die Restitution afrikanischer Kulturgüter aus historischer Sicht, Haus zu Lieben Hand, Löwenstraße 16

Man möchte es kaum glauben: Die Debatte um die Restitution afrikanischer Kulturgüter, wie wir sie in Deutschland seit etwa zwei Jahren führen, hat es bereits einmal gegeben, in aller Ausführlichkeit. Das war zwischen 1978 und 1982. Damals standen Restitutionen kurz bevor. Warum diese damaligen Initiativen gescheitert sind, und warum wir heute komplett vergessen haben, dass es die Debatte schon gegeben hat, was es für heute und für die Zukunft bedeutet: das wird Gegenstand des Vortrages sein.

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Folgende Vorträge fanden bisher im Rahmen die Reihe statt:

  • Heidemarie Wieczorek-Zeul (Bundesministerin a.D.): Europa und Afrika: Ein Friedensprojekt auf Grundlage gemeinsamer Interessen und Werte, 6. Juni 2019, Aufzeichnung des Vortrags
  • Prof. Dr. Abena D. Oduro (MIASA, University of Gahna: The gender gap in asset ownership in Ghana, 2. Juli 2019, Aufzeichnung des Vortrags

Die Veranstaltungen finden in Zusammenarbeit mit dem Colloquium politicum der Universität Freiburg statt.

Die FREIBURGER AFRIKAGESPRÄCHE als Vortragsforum des im Aufbau begriffenen Afrika-Zentrum für Transregionale Forschung an der Universität Freiburg zielen darauf ab, ein differenziertes Bild afrikanischer Wirklichkeit in die breite Öffentlichkeit, die Stadtgesellschaft Freiburg und darüber hinaus, zu etablieren. Es werden afrikanische und europäische Expertinnen und Experten aus Politik und Wirtschaft sowie Wissenschaft und Gesellschaft zu ausgewählten Themen und Fragestellungen eingeladen, um in unterschiedlichen Dialogformaten ihre Erkenntnisse der Öffentlichkeit vorzustellen und kontroverse Diskussionsangebote zu machen.

Photo: david-rotimi-LxENUKJXh_k-unsplash

Veranstaltungsort: 
Universität Freiburg