Tankers, Tycoons, and Radical Transformations. The Making of Modern Regimes of Law, Labour, and Finance

Vortrag am 25.03.2019, 19 Uhr, Uni Freiburg, KG I 1015, Prof. Dr. Laleh Khalili, Professorin für Nahostpolitik, Department of Politics and International Studies und Gründungsmitglied des Centre on Conflict, Rights and Justice an der SOAS, University of London.

Nachbericht

Workshop: Infrastrukturkonflikte und Territorium

Straßen, Häfen Tankstellen, Strom, Wasserleitungen und Heizungen können uns Auskunft geben über politische und gesellschaftliche Verhältnisse. Ein inspirierender Workshop zu Infrastrukturkonflikten und Territorium am 25. und 26. März 2019 brachte Stimmen aus verschiedensten Disziplinen - Soziologie, Geschichte, Architektur, Politikwissenschaften und Geographie - zusammen, um darüber zu diskutieren, wie Infrastrukturen die Rolle des Staates und transnationale Beziehungen verändern und herausfordern.

Prof. Dr. Laleh Khalili (Department of Politics and International Studies, SOAS London) eröffnete die Diskussion am 25. März mit ihrem Vortrag zu "Tankers, Tycoons, and Radical Transformations. The Making of Modern Regimes of Law, Labour, and Finance". Sie machte die Rolle von Öltankern und globalen Schifffahrtslinien für politische und ökonomische Entwicklungen deutlich. Am Folgetag drehten sich die Diskussionen - immer in Bezug auf Staat, Territorien und Transnationalität - um vielfältige Beispiele: Die Rolle der italienischen Ölfirma ENI, die Tankstellen im postkolonialen Zambia und den Nachbarstaaten baute (Giulia Scotto, Uni Basel) und um die Infrastrukturen, die die EU seit 2015 auf Mittelmeerinseln aufbaut, offenbar um Migrationsflüsse zu begrenzen (Prof. Dr. Kenny Cupers, Prof. Dr. Bilgin Ayata, Uni Basel), oder um die ambivalente Wirkung von Wasserzählern auf Menschen mit geringen Ressourcen in Kolumbien, die ihren Wasserverbrauch im Voraus bezahlen müssen (Dr. Marcela López, TU Berlin). Dr. Benjamin Schütze und Dr. Alke Jenss (ABI) stellten ihr Papier vor zur neuen Rolle kleinerer Hafenstädte als Knotenpunkte in globalen Handelsregimen und in einem entstehenden transregionalen Autoritarismus, wie Buenaventura, Kolumbien, und Aqaba, Jordanien. Der Workshop stärkte die Kooperation des ABI mit dem Urban Studies Department der Universität Basel. Dr. Alke Jenss organisierte den Workshop mit finanzieller Unterstützung der Wissenschaftlichen Gesellschaft Freiburg.