Transnationale Ausbildungspartnerschaften zwischen Ghana und NordrheinWestfalen

Diese explorative Studie diskutiert das Potenzial für eine transnationale Qualifizierungspartnerschaft im Bausektor zwischen Ghana und dem deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW). Ghana gilt aufgrund seiner jungen Arbeitskräfte, seiner demokratischen und wirtschaftlichen Stabilität und seiner hohen Wertschätzung für die technische und berufliche Bildung (TVET) als besonders geeignetes Partnerland. Dieser hohen Wertschätzung steht allerdings noch kein hohes formales Ausbildungsniveau gegenüber; insbesondere im Bausektor ist eine informelle Ausbildung "on the job training" die Regel. Die meisten Arbeiter sind nicht im öffentlichen Sektor angestellt, sondern arbeiten als unabhängige Auftragnehmer, und diejenigen mit formalen Qualifikationen haben es oft schwer, mit ihnen zu konkurrieren. Die formale Ausbildung wird auch dafür kritisiert, dass sie zu theoretisch ist und nicht genügend praktische Erfahrung vermittelt.
Basierend auf dieser Einschätzung empfiehlt diese Studie eine Art von Partnerschaft, bei der der TVET-Sektor von einer Weiterentwicklung hinsichtlich der Standards, der Beschäftigungsfähigkeit und der Ausgewogenheit der praktischen und theoretischen Aspekte der formalen Bildung profitieren könnte. Dies wäre eine bedeutende Ergänzung zu den etablierten Vorteilen des Triple-Win-Ansatzes, bei dem das Zielland vom Angebot an qualifizierten Arbeitskräften profitiert, während das Herkunftsland und die Migranten selbst von der Höherqualifizierung und den Geldüberweisungen profitieren würden.
Bei diesem Ansatz des Typs 2.5 würden einige grundlegende Fähigkeiten (z.B. äquivalent zu einem deutschen Bauhelfer) in Ghana zusammen mit der deutschen Sprache vermittelt werden, mit der Möglichkeit, nach der Migration nach Deutschland weitere spezifische Schulungen zu erhalten. Dieser Ansatz könnte den Einstieg in das Programm erleichtern und Abbrüche vermeiden helfen. Selbst wenn die Teilnehmer sich entscheiden, das Programm in Deutschland nicht fortzusetzen, hätten sie Fähigkeiten erworben, die im ghanaischen Kontext nützlich wären. Dieser "Typ 2.5"-Ansatz könnte sehr gut in das Curriculum des ghanaischen National Vocational Training Institute (NVTI) integriert werden. Deutschsprachiges Training könnte durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und das Goethe-Institut angeboten werden.  
Darüber hinaus könnten bestehende (deutsche) Unternehmen in Ghana den Studierenden die Möglichkeit bieten, praktische Erfahrungen zu sammeln und zu einem späteren Zeitpunkt (d.h. anstelle von/nach der Rückkehr) im Land zu arbeiten. Darüber hinaus sind der ghanaische Wirtschaftsverband und die Delegation der deutschen Wirtschaft in Ghana (AHK Ghana) relevante Stakeholder, die sich bei der Umsetzung von Qualifizierungspartnerschaften als nützlich erweisen könnten.

Weitere Informationen: https://www.arnold-bergstraesser.de/news/transnational-skills-partnerships-between-ghana-and-germany-a-triple-win-solution

Photo: heylagostechie-IgUR1iX0mqM-unsplash

ProjektbearbeiterInnen: 
Externe ProjektbearbeiterInnen: 
Dr. Mary B. Setrana, University of Ghana
Dauer: 
2020-2021
Forschungsbereich: 

Projekt-Publikationen